Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Florian Illies: Wenn die Sonne untergeht (2025) *

Die Nationalsozialisten üben zunehmend politischen Druck auf die Bevölkerung aus, und immer mehr Menschen verlassen Deutschland. Der Autor Thomas Mann beobachtet das sehr genau, hat aber Angst, selber diesen Schritt zu unternehmen. Seine ältesten Kinder Erika und Klaus drängen jedoch darauf und organisieren alles Notwendige. So kann der Schriftsteller mit seiner Frau Katja gerade noch rechtzeitig nach Südfrankreich ausreisen, und sie wohnen ab Frühjahr 1933 in dem kleinen Fischerdorf Sanary-sur-Mer. Dort haben sich viele Künstlerinnen und Künstler niedergelassen und warten auf eine Weiterreisemöglichkeit nach Amerika. Nach und nach kommen auch die anderen Kinder zu ihren Eltern, und sie verbringen den Sommer miteinander. Wie man von der Familie Mann weiß, ist dies nur eine bedingt harmonische Zeit.

In bewährtem Erzählstil und mit vielen kleinen Anmerkungen und Anekdoten erzählt Florian Illies von einigen wichtigen Monaten im Leben der Schriftstellerfamilie Mann und deren Freundeskreis. Ich habe dieses sehr interessante Buch mit großem Interesse gelesen.

(Empfehlung von Lesefreundin Marietta Kemper)

Melanie Garanin: Mein Freund Rilke (2025)

Die 50-jährige Journalistin Ellen reist für eine Reportage nach Worpswede. In einem der zahlreichen Wohnorte Rainer Maria Rilkes treffen sich Kenner*innen seiner Gedichte. Ellen findet die Veranstaltung eher langweilig, stößt aber beim Weggehen mit einem interessanten Mann zusammen. Rasch entwickelt sich zwischen ihnen eine Freundschaft, später verreisen sie gemeinsam und werden ein Liebespaar. Dann wird Ellen klar, dass dieser Mann kein anderer als der Dichter selbst ist, der sie mit seinen Worten verzaubert und in den sie sich verliebt hat.

Das ist eine phantasievolle Liebesgeschichte über die Zeiten hinweg, die die Autorin in einer Graphic Novel gestaltet hat. Ihre fröhlichen Bilder, die kurzen Erzähltexte mit eingefügten Ausschnitten aus Originaltexten Rilkes sind eine sehr anregende und kurzweilige Lektüre.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

Volker Weidermann: Wenn ich eine Wolke wäre.
Mascha Kaléko und die Reise ihres Lebens (2025) *

Lange Zeit ist Mascha Kaléko von der Literaturkritik übergangen worden, inzwischen wird sie wieder sehr geschätzt. Ihre erfolgreichste Zeit erlebte sie in den 1920-er Jahren in Berlin, war dort beliebt und berühmt für ihre Gedichte, in denen sie sprachlich kunstvoll zwischen Humor und Heiterkeit, aber auch tiefer Melancholie balancierte. Dann emigrierte sie als Jüdin mit ihrer Familie nach Amerika, wurde aber dort nicht glücklich. Mascha Kaléko kehrte ab 1956 mehrfach zurück nach Deutschland. Diese Reisen sind Thema des Buches. Der Autor findet den richtigen Ton, um zu beschreiben, wie es ihr in dieser Zeit persönlich und künstlerisch erging. Ihr Leben hat durch die frühen Tode ihres Sohnes und ihres Mannes nicht glücklich geendet.

Das Buch ist fantastisch und absolut empfehlenswert. Auch als Hörbuch mit Maria Schrader und Ulrich Matthes ist es ein Genuss. Und die Gedichte der Mascha Kaléko haben nach meiner Meinung mindestens die Qualität eines Erich Kästners.

(Empfehlung von Lesementorin Vera Dumpert)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
#= Diese Bücher können in der Onleihe Rhein-Erft ausgeliehen werden.