Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Hanni Münzer: Marlene (2016) *

Die Geschichte der Münchnerin Marlene Kalten beginnt im Jahr 1944. Die Einwohner*innen der Stadt erleben im Alltag immer mehr Einschränkungen. Auch die Angriffe von Deutschlands Kriegsgegnern nehmen zu. Dazu fürchten die Menschen sich weiterhin vor der Bespitzelung und dem Druck der Gestapo. Trotz der herrschenden Angst formiert sich zunehmend ein mutiger Widerstand gegen dieses Regime der Nationalsozialisten. Auch Marlene schließt sich einer solchen aktiven Gruppe an und bringt ihr Leben damit immer wieder in große Gefahr. Dabei erfährt sie, dass eine eindeutige Täter- Opfer- Zuschreibung oftmals nicht möglich ist.
Dieses Buch kann als Fortsetzung von „Honigtot“ gelesen werden. Auch hier steht eine mutige Frau im Mittelpunkt der Geschichte, eingebunden in wahre „Geschichte“. Das ist spannend und informativ zugleich.

(Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

Mareike Fallwickl: Die Wut, die bleibt (2022) *

Helene, Mutter von drei Kindern, durch die zusätzlichen Belastungen in der Corona-Zeit nervlich belastet, steht während eines hektisch verlaufenden Abendessens mit der Familie auf und springt wortlos vom Balkon in den Tod. Ihre Freundin Sarah, erfolgreiche Krimiautorin, steht ihrem Mann Johannes und den Kindern in der folgenden Zeit bei und übernimmt selbstlos Helenes Rolle in der Familie, bis ihr allmählich bewusst wird, dass sie sich sowohl hier als auch von ihrem Lebensgefährten Leon ausnutzen lässt. Sie findet ihren Weg aus dieser Situation. Helenes Tochter Lola wählt mit Gleichgesinnten einen anderen, radikalen Weg.

Nach der schockierenden Einstiegsszene erzählt Fallwickl die Geschichte abwechselnd aus zwei Perspektiven: Sarah, die Freundin Helenes, die seit der Kindheit eng mit Helene verbunden war und Lola, Helenes 15-jährige Tochter. Fallwickl beschreibt aus meiner Sicht gut die Anforderungen an Frauen in Familie, Partnerschaft und Gesellschaft. Lolas Entwicklung ist für mich keine Perspektive, gibt aber in ihrer Radikalität Anstoß zu Nachdenken und Diskussion.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Jutta Niermann)

Cristina Rivera Garza: Lilianas unvergänglicher Sommer (2025) *

Die Autorin ist in Mexiko aufgewachsen, lebt aber seit Jahrzehnten in den USA. Nun kehrt sie in ihr Heimatland zurück, weil sie endlich mehr über die letzten Stunden ihrer vor 30 Jahren ermordeten Schwester Liliana herausfinden möchte. Sie will wissen, warum deren Mörder zwar bekannt ist, aber nie verhaftet wurde. Liliana war eine junge, lebenslustige und erfolgreiche Studentin, die sich nach Jahren einer schwierigen Beziehung mit Ángel endgültig von ihm trennen wollte. Dieser hatte sie in der Vergangenheit heftig umworben, aber auch bedrängt und bedroht. Das endgültige Ende der Beziehung wollte er nicht akzeptieren und tötete deshalb die junge Frau. Die mexikanische Justiz verfolgte den Fall jedoch nicht ernsthaft.

Cristina Rivera Garza mischt in diesem Buch Sachinformationen, eigene Erinnerungen und Interviews mit Freunden und Freundinnen Lilianas. Neben ihrer persönlichen Geschichte erfährt man so auch viel über Formen struktureller Gewalt gegen Frauen in Partnerschaft und Gesellschaft. Dies ist keine leichte Lektüre, aber eine hochinteressante. Die Autorin gewann für dieses Buch im Jahr 2024 den Pulitzer Preis.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
#= Diese Bücher können bei www.erft.onleihe.de ausgeliehen werden.