Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Hanni Münzer: Honigtot (2015)*

Elisabeth und Gustav Malpran führen ein sehr privilegiertes Leben in München. Sie feiert als Opernsängerin große Erfolge, er ist ein angesehener Arzt. Unter dem Regime der Nationalsozialisten und ihren neuen Gesetzen geraten sie wegen Gustavs jüdischer Herkunft jedoch zunehmend unter Druck. Deshalb flieht er 1938 aus Deutschland, während Elisabeth mit den Kindern in der Stadt bleibt. Mit großem Überlebenswillen tut sie nun alles, um ihre Familie zu schützen und beginnt sogar ein Verhältnis mit dem SS-Offizier Albrecht Brunnmann. Dies bringt ihr zwar mehr Sicherheit, zwingt sie aber auch regelmäßig zu Betrug und Verrat.

In diesem Buch wird „Geschichte“ in einer Geschichte erzählt. Das Schicksal der Familie in schwierigen Zeiten hat mich sehr berührt und erschüttert.

(Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

Wolfgang Büscher: Der Weg. Eine Reise durch die Sahara (2025)

Der Autor hat bereits mehrere Fernreisen und -wanderungen allein unternommen und über seine Erfahrungen geschrieben. In diesem Buch erzählt er von seinem Weg durch die Sahara in Algeriens Süden. Auf dieser landschaftlich und politisch durchaus gefährlichen Reise wird er von einem Fahrer und einem Koch begleitet. Sie folgen dabei auch den Spuren des Franzosen Charles de Foucauld, der nach seinem militärischen Einsatz Mönch wurde und ab 1914 das Leben der Tuareg friedlich geteilt hat. Wolfgang Büscher erfährt auf dieser Reise, wie sich Menschen seit Jahrhunderten in einem scheinbar leblosen Wüstengebiet orientieren und dabei die Zeichen der Natur nutzen. In der Steinhütte Foucaulds findet er besondere Ruhe.

Diese Reiseerzählung hat mich fasziniert, und beim Lesen bin ich stets ein Stück des Weges mit dem Autor gegangen. Er malt mit Worten eine Landschaft und ihre Lebensbedingungen.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Eva Schmitt-Roth)

Adania Shibli: Eine Nebensache (2022) # 

Im August 1949 treffen israelische Soldaten in der Negev-Wüste auf eine Gruppe arabischer Beduinen. Ein Mädchen und ein Hund, die das Gewehrfeuer überleben, werden mit ins Lager genommen. Nachdem das Mädchen im Lager von Soldaten und vom Kommandanten mehrfach missbraucht wurde, wird es ermordet. Jahrzehnte später liest eine junge Frau aus Ramallah über diesen historisch belegten Vorfall. Die Tat an sich erscheint ihr normal, “eine Nebensache”, aber sie ist gefesselt davon, dass sie exakt 25 Jahre vor ihrer Geburt passiert ist. So begibt sie sich auf eine schwierige und gefährliche Spurensuche.  

Adania Shibli erzählt im ersten Teil sachlich über die Tat, ohne die Innensicht und Gefühlsregungen der namenlosen Personen zu schildern. Im zweiten Teil stehen die Gedanken, Überlegungen und Gefühle der Ich-Erzählerin im Mittelpunkt. Für ihre Meditation über Krieg und Gewalt wurde der Schriftstellerin 2023 der LiBeraturpreis zuerkannt, der Literaturpreis nur für Autorinnen aus dem Globalen Süden. Die Preisverleihung im Rahmen der Buchmesse wurde nach dem Hamas-Überfall am 7. Oktober 2023 verschoben.  

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Jutta Niermann)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
#= Diese Bücher können in der Onleihe Rhein-Erft ausgeliehen werden.