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Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Claire Lynch: Familiensache (2025) *

1982 verliebt sich Dawn, verheiratet mit Heron und Mutter einer Tochter, in Hazel, die neue Lehrerin in ihrem Dorf. Mit ihr hält sie ein anderes als ihr bisheriges Leben für möglich, verliert aber durch die damalige Rechtsprechung ihr Sorgerecht für die dreijährige Maggie, zu der sie keinen Kontakt mehr haben darf. Vierzig Jahre später erfährt Heron, dass er nicht mehr lange leben wird. Als er Maggie dies nach einiger Zeit eröffnet und anfängt, mit ihr gemeinsam seinen Hausrat und seine Dokumente zu sichten, erfährt Maggie zufällig, dass sie all die Jahre von Heron belogen wurde und ihre Mutter nicht freiwillig aus ihrem Leben verschwunden ist.

Claire Lynch wechselt in der Erzählung zwischen den Jahren 1982 und 2022. Mich hat für das Buch sehr eingenommen, wie genau und eindringlich, mit Verständnis und Humor, sie die Personen in ihren jeweiligen Lebenssituationen und Perspektiven zeichnet. Die Romanfiguren sind fiktiv, die Zitate vor Gericht und aus juristischen Dokumenten authentisch.

(Empfehlung von Lesefreundín und Lesementorin Jutta Niermann)

Russell Franklin: Hemingways Kind (2023)

Dem amerikanischen Literaturnobelpreisträger Ernest Hemingway war Männlichkeit sehr wichtig. Auch seine Söhne maß er an seinen Erwartungen, und so hat es ihn besonders getroffen, dass sein jüngster Sohn Gregory diesen Ansprüchen in keiner Weise genügte. Er hatte schon sehr früh das Verlangen, Frauenkleider zu tragen und eine Frau zu sein. Um ihn davon zu „heilen“, wurde er über Jahrzehnte mit Elektroschocks behandelt und ertränkte er seine manischen und depressiven Phasen in Alkohol. Er gründete sogar eine Familie, heiratete mehrmals, schloss sogar sein Medizinstudium nach mehreren Anläufen ab und praktizierte einige Jahre als Arzt. Mit über sechzig Jahren folgte er schließlich doch noch seinem Fühlen, ließ eine Geschlechtsumwandlung vornehmen und lebte dann noch einige Jahre als Gloria.

Diese Erzählung nach dem wahren Leben des Gregory / der Gloria Hemingway hat mich gefesselt und mir gezeigt, wie schwierig das Leben für Menschen ist, die sich von Natur aus keinem Geschlecht eindeutig zugehörig fühlen.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

Audur Ava Olafsdottir: Miss Island (2021)

Auf einem abgelegenen isländischen Bauernhof hilft Anfang der 1940-er Jahre der Tierarzt bei der Geburt eines kleinen Mädchens. Der Vater wählt den ungewöhnlichen Namen Hekla für seine Tochter. Zufällig bricht der gleichnamige Vulkan vier Jahre später aus, und dies scheint Einfluss auf das Kind und seine Entwicklung zu haben. Bereits als junge Frau ist Hekla entschlossen, Schriftstellerin zu werden, merkt aber bald, dass in ihrer von Männern dominierten Welt ihre Schönheit mehr zählt als ihre Fähigkeiten. Trotz aller Schwierigkeiten lässt sie nicht von ihrem Traum ab. Ihrem Freund Jón John geht es ähnlich, kann er doch wegen seiner Homosexualität beruflich nicht das tun, was er möchte. So entschließen sich die beiden Island zu verlassen, um in anderen Ländern ihr Leben so zu gestalten, wie sie es sich vorstellen.

In diesem Roman geht es um die Rolle der Frau und um das Schwulsein in den 1960-er Jahren in Island. Die Hauptpersonen sind Menschen, die wissen, was sie wollen und das auch gegen viele Widerstände durchziehen. Beim Lesen habe ich mich oft gefragt, ob viele Länder sich wieder dahin zurückentwickeln.

(Empfehlung von Johanna Hartlaub, Schatzmeisterin der Lesefreunde)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
#= Diese Bücher können in der erft.onleihe.de ausgeliehen werden.