Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Barbara Kingsolver: Die Unbehausten (2025) *#

Willa Knox hat es gerade nicht leicht: Als freie Journalistin fehlt es ihr an Aufträgen, ihr Mann hat nur eine befristete Anstellung an der Hochschule, ihr Schwiegervater ist schwerkrank und verhält sich oft bösartig, die Schwiegertochter hat kurz nach der Geburt eines Kindes Selbstmord begangen, ihr Sohn flieht aus dieser Situation und ihr Wohnhaus verfällt. Da taucht auch noch ihre etwas schwierige Tochter nach einem Jahr Abwesenheit unvermutet wieder auf. Es ist schon erstaunlich, wie Willa trotzdem nie den Mut verliert, sondern sich zäh, liebevoll und mit Humor allen Anforderungen stellt. Als sie erfährt, dass vor mehr als 200 Jahren die Naturforscherin Mary Treat in der Nachbarschaft und vielleicht sogar in ihrem Haus gewohnt hat, bemüht sie sich um Fördergelder für seine Renovierung. Aber es kommt (fast) alles anders als anfangs gedacht und entwickelt sich dann für alle Beteiligten zum Positiven.

Geschickt wechselt die Autorin zwischen der Erzählung von Gegenwart und Vergangenheit und stellt dabei eine Verbindung zwischen den jeweiligen Personen her. Teilweise unerwartete Problemlösungen und der warmherzige Grundton des Buches haben mir sehr gut gefallen.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

Miku Sophie Kühmel: Triskele (2024)

Es ist schon eine besondere Familienkonstellation, von der hier erzählt wird: von der Mutter Mone und ihren drei Töchtern Mercedes, Mira und Matea. Jede der Töchter hat einen anderen Vater, und der Altersabstand zwischen ihnen beträgt jeweils 16 Jahre. So wachsen sie eigentlich unabhängig voneinander auf und sind charakterlich sehr unterschiedlich. Als ihre Mutter Selbstmord begeht, müssen sie zusammenkommen, um alles zu regeln. Wie bei dem alten keltischen Symbol der Triskele mit seinen drei spiralförmigen Armen, die umeinanderkreisen, kreisen nun auch die drei Schwestern mit ihren Eigenheiten und Bedürfnissen umeinander.

Es ist interessant und spannend zu lesen, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten diese Geschwister haben. Es ist ein Buch für Menschen, die ruhig erzählte Geschichten mögen.

(Empfehlung von Lesefreundin Irene Grentz)

Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters (2025) #

Motte und ihr Vater sind sich nah, sie sind „die mit den Gefühlen“ in der Familie und Motte ist die „Fremdsprachenkorrespondentin“ der Familie, die mit dem Vater reden kann. Dieser arbeitet in einer Fabrik, daher rührt das Schwarz an seinen Händen. Zunächst trinkt er nur am Feierabend und am Wochenende, wie viele Männer in der Familie und im Umfeld. Auf den Alkoholismus folgt der soziale Abstieg der Familie. Der Vater erkrankt und stirbt am Krebs. Motte arbeitet in dieser Zeit als Reinigungskraft in der Klinik, hat einen Partner, der trinkt und beschreibt auch eigene wiederkehrende Alkoholexzesse.

Knapp formuliert, schonungslos, realistisch, aber immer mit einem trotz allem liebevollen Blick auf den Vater schreibt die Ich-Erzählerin vom Aufwachsen in schwierigen Verhältnissen. Lena Schätte stand mit diesem Roman 2025 auf der Longlist des Deutschen Buchpreises.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Jutta Niermann)

*= Dieses Buch kann in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
#= Dieses Buch kann in der Onleihe Rhein-Erft ausgeliehen werden.