Lesefreunde Hürth e.V.

Unsere Lesetipps

Gerne können Sie Lesevorschläge senden an info@lesefreunde-huerth.de. Wir sind gespannt auf Ihre Buchtipps.

Sie können unsere Lesetipps nach Personen oder Buchtiteln durchsuchen. Gesucht wird immer nach der eingegebenen Zeichenkette im gesamten Text der Tipps: Nachname oder Vor- und Nachname oder Buchtitel oder Fragmente des Titels in der richtigen Reihenfolge.

Eine unmittelbare Suche bei der Stadtbücherei Hürth kann hier vorgenommen werden:

Elif Shafak: Am Himmel die Flüsse (2024) *#

Zu Urzeiten beginnt die große Flut an Euphrat und Tigris mit einem einzelnen Regentropfen. Sein Weg im Wasserkreislauf führt durch drei Erzählstränge des Buches. Arthur, 1840 unter ärmsten Bedingungen in London geboren, wird später durch glückliche Umstände ein anerkannter Altertumsforscher. Er findet heraus, wie man die Schriftzeichen auf assyrischen Tontafeln lesen kann und entziffert Teile des Gilgamesch-Epos. Trotz drohender Gefahren reist die neunjährige Narin mit ihrer Großmutter 2014 aus der Türkei in den Irak, denn das ezidische Mädchen soll dort an heiliger Stelle getauft werden. Da reißen die Soldaten des Islamischen Staates mit äußerster Brutalität die Herrschaft an sich. Die Großmutter wird bei der Suche nach Wasser von ihnen getötet, Narin als Sklavin gehalten. Vier Jahre später zieht die Wasserforscherin Zaleekhah in ein Hausboot auf der Themse. Durch ihre Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit verbinden sich die Geschichten zu einem großen Erzählstrom.

Dies ist ein Buch für Leser*innen, die Geschichte und Geschichten mögen und sich von Sprache mitreißen lassen. Die Beschreibungen über das Agieren der Soldaten des Islamischen Staates sind schwer erträglich, aber die Autorin bietet ein versöhnliches Ende an. Für mich ist dieses Buch absolut empfehlenswert.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

Susan Fletcher: Lass mich dir von einem Mann erzählen, den ich kannte (2023)*

Carles Trabuc leitet die örtliche Heilanstalt in Saint-Rémy-de-Provence und arbeitet viel. Seine Frau Jeanne fühlt sich nach dem Auszug ihrer Kinder nicht mehr zufrieden und vermisst auch die frühere Leichtigkeit und Verliebtheit in ihrer Ehe. Da kommt im Jahr 1899 ein neuer Patient in die Klinik. Der Mann soll sehr unkonventionell sein und malt auf ganz neue und ungewöhnliche Art. Es ist Vincent van Gogh. Jeanne begegnet dem Malenden häufiger im Park der Anstalt, und obwohl ihr Mann das nicht möchte, nimmt sie Kontakt zu diesem Patienten auf. Ihre Gespräche werden für sie zunehmend wichtig und wecken in ihr Erinnerungen, eröffnen ihr aber auch Möglichkeiten, die Verbindung zu ihrem Mann wieder neu zu gestalten.

Dieses Buch zeigt auf sehr berührende Weise, wie man sein Leben verändern und auch in langjährigen Beziehungen seinen Partner / seine Partnerin neu entdecken kann.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

Kaleb Erdmann: Die Ausweichschule (2025) *

Am 26.4.2002 erschoss Robert Steinhäuser in seiner ehemaligen Schule in Erfurt sechzehn Menschen und sich selbst. Zwei Jahrzehnte später arbeitet der Ich-Erzähler an einem Roman über diesen Amoklauf, den er als Schüler der fünften Klasse erlebte. Dabei tastet er sich – angeregt durch den Austausch mit einem Dramatiker, der ein Bühnenstück über das Ereignis plant – an Erinnerungen heran und gleichzeitig an die Frage, wie er sich dem Amoklauf und seinen Folgen literarisch nähern kann und darf.

In verschiedenen Zeitebenen und aus unterschiedlichen Perspektiven setzt Kaleb Erdmann nach und nach zusammen, was am Erfurter Gutenberg-Gymnasium geschah und wie der Amoklauf bis heute nachwirkt. Der autofiktionale Roman stand auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Jutta Niermann) 

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.
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