Die Lesefreunde Hürth e.V. feiern ihr 10-jähriges Bestehen im Löhrerhof

Wichtiger Baustein für die Kultur der Stadt

Am 23. Juni 2006 gründeten dreizehn engagierte Hürther Bürgerinnen und Bürger die Initiative Lesefreunde Hürth e.V., um das vielfältige Angebot der Stadtbücherei bekannter zu machen, die Lesekultur in der Stadt zu fördern sowie Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, Zugang zu Büchern zu bekommen. In den folgenden zehn Jahren bauten die Lesefreunde ihre vielfältigen Angebote aus und machten ihr Engagement zu einer Erfolgsgeschichte. Grund genug, am 18. Juni 2016 zu einem Jubiläumsfest mit kulturellen Beiträgen in den Löhrerhof einzuladen. Gekommen waren viele Mentoren, Kooperationspartner, Helfer, Freunde und Unterstützer.

Nach einer musikalischen Eröffnung durch Schülerinnen und Schüler der Josef-Metternich-Musikschule und ihrer chilenischen Partnerschule begrüßte Margit Reisewitz, Vorsitzende der Lesefreunde, die zahlreichen Partner und Gäste wie Werner Abromeit, Geschäftsführung GVG Hürth, Kerstin Schiel, Leiterin der Deutschherrenschule, und Kulturpreisträgerin Margarete Schäning. In seinem Grußwort würdigte Dirk Breuer, Bürgermeister der Stadt Hürth, das Engagement der Lesefreunde für die Stadtbücherei und unterstrich, dass der Verein als wichtiger Baustein für die Kultur der Stadt unverzichtbar zum Profil Hürths gehöre.

Im Anschluss dankten Schülerinnen und Schüler der Klasse 2b der Deutschherrenschule den Lesefreunden für ihren unermüdlichen Einsatz zur Förderung von Schülern mit einem zünftigen Piratenlied und einem Geburtstagsständchen.

Lesungen mit bekannten Autoren

In einem Diavortrag führte der Vorstand der Lesefreunde anschließend durch die Geschichte des Vereins und zeigte einen Überblick der wichtigsten Aktivitäten der letzten Jahre: Dazu gehörten Ausstellungsprojekte wie die Schau «Wasserwelten», in der 2013 die immense Bedeutung des Wassers für Mensch, Natur und Wirtschaft verdeutlicht wurde. Im selben Jahr gedachten die Lesefreunde des 75. Jahrestages des nationalsozialistischen Novemberpogroms in einer Veranstaltung mit der Hürther Zeitzeugin Marianne Metternich. 2015 verdeutlichte die Wanderausstellung «Libertree – Bücherbäume überbrücken Mauern» in den Räumen der Stadtbücherei die Wichtigkeit eines Medienangebotes für Menschen in Haft. Eine wichtige Rolle im Engagement der Lesefreunde spielen Lesungen mit bekannten Autorinnen und Autoren wie Gudrun Pausewang («Die Wolke»), Noah Sow («Deutschland Schwarz Weiß»), Tilman Röhrig, Frank Schätzing und Carsten Sebastian Henn. Interkulturelle Lesungen, in denen auch Texte in türkischer oder polnischer Sprache zu hören sind, sowie Lesungen für jung und alt in öffentlichen Räumen und Altenheimen, gehören ebenfalls zum Angebot. Seit 2015 gibt es die Veranstaltungsserie «Rotes Sofa» mit Lesetipps in der Stadtbücherei.

Förderung von Kindern und Jugendlichen

Ein besonderes Augenmerk der Lesefreunde gilt seit jeher der Förderung von Kindern und Jugendlichen: In Kindergärten und Grundschulen machen die Lesepaten mit Erfolg Lust auf die Welt der Bücher. Die Lesetüten, in denen Kinder ein Buch, ein Hörbuch und einen Gutschein für einen Leseausweis der Stadtbücherei vorfinden, wecken in den Eingangsklassen Hürther Schulen Interesse an Büchern. Dank der 2010 von den Lesefreunden ins Leben gerufenen Initiative Lesementor Hürth lesen derzeit 133 Hürther Schüler aus verschiedenen Schulen der Stadt regelmäßig zusammen mit ihrem Mentor, verbessern so ihre Lesefähigkeit und damit ihre Chancen im schulischen Umfeld. 99 Ehrenamtliche treffen sich wöchentlich mit ihrem Schüler, um gemeinsam zu lesen und über das Gelesene zu sprechen. Um Kinder zur Kreativität anzuregen, gibt es Aktionen wie das Projekt «Hürther Freundschaftsgeschichten», bei dem Viertklässler gemeinsam ein Buch geschrieben haben.

Für eine Auflockerung des Vortrages sorgte eine Lesung durch den Autor Carsten Sebastian Henn, der mit einem kulinarischen Mordfall aus seinem Band «Henkersmahlzeit» humorvolle Spannung erzeugte.

Nazmi Cam Bal spielte auf der türkischen Bağlama zwei virtuose Stücke.


Urkölsches «Dornröschen»

Den Abschluss bildete eine urkölsche Fassung des Märchens «Dornröschen», das die Mundart-Autorin Grete Schäning vortrug. Anschließend klang der Nachmittag bei einem Imbiss und gemeinsamen Gesprächen aus. Margit Reisewitz freute sich über die breite Zustimmung, die Besucher und Vertreter aus Gesellschaft und Politik dem Verein seit langem entgegenbrächten. „Die Lesefreunde haben in den letzten zehn Jahren nicht nur die Literatur und das Lesen in Hürth gefördert. Mit der Stadtbücherei als Partner haben wir auch konkret dazu beitragen können, die Bedeutung der Alphabetisierung für die Teilhabe an Kultur und Gesellschaft ins öffentliche Bewusstsein zu tragen. Dafür danke ich unseren Partnern, Mitgliedern und natürlich auch all denen, die sich aktiv und selbstlos dafür einsetzen, den kommenden Generationen das Lesen zu vermitteln und schmackhaft zu machen.“