Unsere Lesetipps

 

„Lesen? Unbedingt!“

Das Jahr 2021 ist bereits wieder einige Tage alt, und gerade schauen wir alle sicher nicht so optimistisch in die nächsten Wochen. Dennoch sollten wir Mut und Zuversicht nicht sinken lassen, denn auch in diesem Jahr werden sich bestimmt Begegnungen mit Menschen, Ereignisse und Erlebnisse ergeben, die positiv stimmen können. In diesem Sinne soll die dritte Staffel der Lesetipps das Jahr mit einem Gedicht von Wilhelm Busch begrüßen:

 

Will das Glück nach seinem Sinn

dir was Gutes schenken,

sage Dank und nimm es hin

ohne viel Bedenken!

 

Jede Gabe sei begrüßt,

doch vor allen Dingen:

Das, worum du dich bemühst,

möge dir gelingen.

Gerne können Sie mir weiterhin Lesevorschläge senden. Ich bin gespannt auf Ihre Anregungen und Buchtipps.

 

Unsere Lesetipps vom 15. April 2021

Ditlevsen, Tove: Kindheit. Erster Teil der Kopenhagen-Trilogie. 2021*

Tove Ditlevsen ist in Dänemark eine bekannte Autorin. Im ersten Teil ihrer Biografie träumt sie noch davon, eine berühmte Dichterin zu werden. Aufgewachsen in armen Verhältnissen in den 1920-ger Jahren in Kopenhagen, erscheint dieser Wunsch unmöglich, denn, wie der Vater ihr sagt ´Frauen werden keine Dichter´. Trotzdem schreibt sie, anfangs Gedichte in ihr Poesiealbum, das sie streng geheim hält. In den Folgebänden „Jugend“ und „Abhängigkeit“, die beide gerade erschienen sind, erzählt sie weiter von ihrem Leben und ihrem unbändigen Willen zur Freiheit und Selbstbestimmung. Entstanden sind sie schon 1967 während eines Klinikaufenthaltes. Kurz später nimmt sich Tove Ditlevsen das Leben.

Eindrucksvoll und sprachlich dicht schreibt Ditlevsen von ihrem Elternhaus, der Enge und dem Unausgesprochenen. Ihre Bücher haben mich thematisch an Ulla Hahn erinnert. In den letzten Jahren wurden Ditlevsens Werke in Dänemark neu entdeckt, in Deutschland liegen ihre Erinnerungen zum ersten Mal vollständig vor. Sehr lesenswert!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Dieter Nuhr: Gibt es intelligentes Leben? (2006)

In diesem Buch beschreibt der Comedian sehr vergnüglich seine Reise durch die Welt auf der Suche nach intelligentem Leben. Mit Humor, satirischer Schärfe und versucht der Autor, der Existenz des Geistes bei seinem Besuch der unterschiedlichen Länder auf die Spur zu kommen. Seine Fragen und Antworten werden durch Fotos ergänzt.

Es machte mir großen Spaß, alles mit den Augen dieses geistreichen Comedians zu betrachten, und ich hörte mich beim Lesen immer wieder lachen. Dieses Lesevergnügen hat mir richtig gut- getan.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

Jutta Richter: Hechtsommer (2004)

Anna und die Brüder Daniel und Lukas haben in einem Wassergraben einen Hecht entdeckt und planen einen Sommer lang, wie sie ihn fangen können. Die Drei genießen ihr Miteinander und die Zeiten, die sie in der Natur verbringen können. Begleitet werden sie dabei aber auch von Ängsten und Sorgen, denn die Krebserkrankung der Mutter ihrer Freunde verschlimmert sich sehr. Es wird klar, dass sie daran sterben wird. Die Erwachsenen sprechen nicht offen mit den Kindern darüber, und so suchen sie Halt und Trost in ihrer Freundschaft.

Auch wenn dieses Buch eigentlich ein Jugendbuch ist, so kann Jutta Richters Erzählung von Trauer und Hoffnung, von Freundschaft und Liebe auch Erwachsene berühren und trösten.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Hildegard Wilkes)

 

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

 

Unsere Lesetipps vom 18.03.2021

 

Hans Rosling u.a.: Factfulness: Wie wir lernen, die Welt so zu sehen, wie sie ist (2018)

Der Mediziner und Gesundheitsforscher erklärt in diesem Sachbuch, dass nur die genaue Kenntnis von Fakten zur richtigen Einschätzung einer Situation führt. Dabei zeigt er an konkreten Fragen mit zahlreichen Statistiken, Diagrammen und Fotos, dass die Lage der Welt in vielen Bereichen nicht so dramatisch schlecht ist wie oft behauptet wird. Rosling gibt zudem zahlreiche Beispiele, wie mit fundierter Sachkenntnis bereits mit kleinen Änderungen und Hilfen eine deutliche Besserung der Lebenssituation vieler Menschen erreicht werden kann.

Dieses Buch des schwedischen Professors für Internationale Gesundheit empfehle ich gerne. Es ist eine sehr interessante Mischung aus Fakten und Handlungsempfehlungen.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Emma Kleps)

 

Mark Benecke/Kat Menschik: Doctor Mark Beneckes illustrirtes Thierleben (2020) *

So ungewöhnlich wie der Buchtitel sind auch Inhalt und die Illustrationen dieses Buches. Der Biologe und Forensiker Dr. Benecke stellt in einzelnen in einzelnen Kapiteln mit großer Begeisterung Tiere vor, die wir eher mit Nichtbeachtung oder Ablehnung betrachten wie z.B. Glühwürmer, Rotbeinige Schinkenkäfer und Vampirfledermäuse. Dabei mischt er sehr geschickt Sachinformationen, Erlebnisberichte und treffende Vergleiche zum Menschen. Sein Augenmerk liegt dabei auf der Einzigartigkeit und der Schönheit dieser Lebewesen

„Auch dem Silberfisch liegt wohnt ein glitzeriger Zauber inne.“, sagt der Autor am Ende seines Buches. Nach der Lektüre kann ich ihn verstehen. Alle, die außergewöhnliche Bücher mögen, werden sich an diesem „Thierleben“ erfreuen.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

McEwan, Ian: Maschinen wie ich (2019) *

McEwans Werk spielt im Jahr 1982, die Künstliche Intelligenz ist in den vergangenen Jahren so weit fortgeschritten, dass die ersten lebensechten Androiden auf den Markt kommen. Charlie, Anfang 30, hat eine kleine Erbschaft gemacht und kauft einen der ersten ´Adams´ mit dem Wunsch nach einem interessanten Gesprächspartner. Adam ist aber viel mehr als das, und bald sieht Charlie in ihm einen Konkurrenten um seine Freundin Miranda.

Eigentlich lese ich ungerne Science-Fiction. Aber diese ist so nahe an der Realität, dass es eigentlich keine ist. Die spannenden Themen „Gefühle“ und „moralische Prinzipien“ stehen in diesem Buch im Vordergrund; wunderbar entwickelt sich der Androide zum besseren Menschen… Spannende, intelligente Unterhaltung, die einen oft ins Grübeln bringt.

 

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

Unsere Lesetipps vom 11.03.2021

 

Jon Krakauer: In eisige Höhen (1997)

Der Bergsteiger und Journalist Jon Krakauer beschreibt in diesem Buch die wahre Geschichte einer Tragödie am Mount Everest. Er hat sie selbst 1996 als Teilnehmer einer von Sherpas geführten Expedition in einer Gruppe von Männern aus mehreren Ländern erlebt. Dabei wurde ihm bereits beim Aufstieg klar, dass nicht alle Mitreisenden ausreichend vorbereitet waren. Als beim Abstieg das Wetter umschlug, gerieten die Teilnehmenden durch mangelnde Bergsteigerfähigkeiten und -erfahrungen bei Schnee und Sturm in größte Gefahren. Trotz aller Anstrengungen und Rettungsversuche überlebten nicht alle den Abstieg ins Basislager.

Ich habe mich nie sonderlich für das Bergsteigen interessiert und auch nicht für die Bergsteiger. Hier wird jedoch eine Geschichte erzählt, die einen nicht mehr loslässt. Es war spannend und hochinteressant bis zum Schluss.

(Empfehlung von Lesementorin Gisela Altengarten)

 

Carsten Henn: Der Buchspazierer (2020) *

Der Hürther Autor erzählt in diesem Buch die Geschichte des alten Buchhändlers Carl, der bestellte Bücher jeden Abend zu seinen wenigen verbliebenen Kunden bringt. Eines Tages tritt die neujährige Schascha in sein Leben und bringt es ziemlich durcheinander. Aber Carl wird erst durch das Mädchen klar, dass er mit den richtigen Büchern die Leben seiner Kundschaft verbessern kann.

Die Online-Lesung des Autors bei Hürth inside hat mir so gut gefallen, dass ich mir das Buch sofort gekauft habe. Auch nach dem Lesen ist es für mich ein ganz besonderer Roman.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Margret Fenke)

 

David Grossmann: Was Nina wusste (2020) *

Vera feiert ihren 90. Geburtstag im Kibbuz, ein großes Fest, zu dem auch ihre Tochter Nina und ihre Enkelin Gili kommen. Nina hat früh Mann und Kind verlassen, zu denen sie wenig bzw. jahrelang gar keinen Kontakt hatte. Gili, die Filmemacherin ist, möchte einen Film über das Leben ihrer Großmutter drehen. Dafür machen sich alle drei Frauen auf den Weg nach Kroatien, wo Vera jahrelang auf der Gefängnisinsel Goli Otok verbrachte, nachdem sie von der jugoslawischen Geheimpolizei verhaftet worden war. Warum hat sie sich nicht durch ein Geständnis freigekauft um bei Nina zu bleiben? Die Reise führt in eine Vergangenheit, die Auswirkungen auf das Leben aller drei Frauen hatte.

Was Nina wusste“ basiert auf realen Ereignissen, die Grossman literarisch in seinem Roman verarbeitet. Entstanden ist ein Familiendrama, das die Auswirkungen des Krieges auf die späteren Generationen zeigt. Es geht um Verrat und Schuld, Liebe und Vergebung. Eine grandiose Sprache, intensiv und fesselnd!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

 

Unsere Lesetipps vom 04.03.2021

 

Judith Kerr: Als Hitler das rosa Kaninchen stahl (1971) * – Eine Trilogie

Die Autorin erzählt die Geschichte der 9-jährigen Anna, die mit ihrer Familie in Berlin lebt. Annas Vater, ein bekannter Schriftsteller, äußert sich sehr kritisch über den Nationalsozialismus. Kurz vor der Machtübernahme Hitlers im Jahr 1933 flieht die jüdische Familie über Prag in die Schweiz. Aber auch dort erlebt sie Antisemitismus. Zudem verschlechtert sich die finanzielle Situation der Familie. So ziehen alle zunächst nach Frankreich, aber dort macht die Finanzkrise zu schaffen. Als der Vater ein gutes Arbeitsangebot aus London erhält, siedelt die Familie endgültig dorthin über.

Bisher hatte ich den Roman nur in einer sehr verkürzten Fassung auf einer Kassette für Kinder gehört. Mit großem Interesse habe ich jetzt das Original gelesen. Auch in Band 2 (Warten bis der Frieden kommt) und Band 3 (Eine Art Familientreffen) erzählt Judith Kerr aus ihrem Leben.

(Empfehlung von  Lese-Café-Besucherin Margret Fenke)

 

Udo Baer: DDR-Erbe in der Seele (2020)

Der Autor ist Psychotherapeut und selbst mit seinen Eltern 1960 aus der DDR geflohen. Nach zahlreichen Interviews mit Betroffenen beleuchtet Udo Baer nun unter verschiedenen Aspekten (z.B. Angst, Fremdsein, Traumata, Scheinwelten, Selbstbewusstsein…) die Folgen dieses Staates.  Das Buch geht weit über ein Fachbuch hinaus. Wer sich für dieses Thema interessiert, bekommt viele neue Einblicke und Informationen über die Schicksale von Menschen, die selbst in der DDR gelebt haben oder erst nach der Wende von 1989 im Osten geboren sind.

Obwohl ich in Grenznähe gelebt habe und auch öfter „drüben“ war, habe ich durch das Buch sehr viel Neues und Interessantes erfahren.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

Volker Kutscher: Olympia (2020) *

In Berlin finden 1936 unter großem Pomp die Olympischen Spiele statt. Menschen aus aller Welt sind zusammengekommen, und die Nationalsozialisten lassen sich für die Ausrichtung der Wettkämpfe feiern. Als im Olympischen Dorf ein Mord geschieht, wird Kommissar Gereon Rath zur Aufklärung herangezogen. Seine Frau Charly unterstützt ihn dabei. Schnell merken beide, dass die Machthaber kein Interesse an einer fairen Mordermittlung haben und spätestens nach einem zweiten Mordfall nach Möglichkeiten suchen, unerwünschte Menschen auszuschalten. Rath muss um sein Leben fürchten und sucht mit seiner Frau nach Fluchtmöglichkeiten.

Auch dieser achte Fall von Kommissar Rath ist lebendig und spannend bis zum überraschenden Ende erzählt. Ebenfalls empfehlenswert: Das Hörbuch, gelesen von David Nathan.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

Unsere Lesetipps vom 25.02.2021

 

Jilliane Hoffmann:  Insomnia (2016) *

„Schlaflos“ ist der Titel dieses Thrillers, der seine Leserschaft in die Psyche eines jungen Mannes einführt, dessen quälende Kopfschmerzen trotz Therapien kaum zu bändigen sind. Er entdeckt jedoch einen Mechanismus, der diese Qualen, wenn auch nur für eine bestimmte Zeit, auflösen kann. Im Mittelpunkt des Geschehens steht Mallory Knight, eine Siebzehnjährige, die angeblich von dem allseits gefürchteten Serienmörder, namens Hammermann, entführt und misshandelt worden ist. Agent Bobby Dee, der auf dem Gebiet von Kindsentführungen sich einen Namen gemacht hat, ermittelt auch in diesem Fall. Sein Credo besteht darin, dass er dem Opfer ins Auge schauen muss, um die Wahrheit zu finden. Ob ihm das gelingt?

Jilliane Hoffmann versteht es meisterlich, einen Spannungsbogen aufzubauen und so für einen anhaltenden Adrenalinschub zu sorgen.

(Empfehlung von Lesefreundin Inge Karaus)

 

Jacques Berndorf: Die Eifel-Krimis *

Im Jahr 1989 lässt der Autor Jacques Berndorf zum ersten Mal den Journalisten Siggi Baumeister einen Kriminalfall lösen. Das Buch Eifel-Blues wird ein großer Erfolg, dem noch weitere 21 Eifel-Krimis folgen. Dabei löst Baumeister quer durch dieses Mittelgebirge Verbrechen jeder Art, immer begleitet und unterstützt von seinem guten Freund Rodenstock.

Spannend geschrieben und gleichzeitig zum Schmunzeln anregend, eignen sich diese Kriminalromane als leichte und dennoch interessante Lektüre über den erstaunlich verbrecherischen Alltag in der Eifel. Wer mag, kann viele Schauplätze tatsächlich besuchen. 

(Empfehlung von Lesefreundin  und Lesementorin Marianne König-Kohlstadt)

 

Marc Elsberg: Gier (2019) *

In diesem Buch geht es um einen Mordanschlag auf einen Nobelpreisträger aus der USA. Er will in Berlin auf einem Sondergipfel wegen einer gewaltigen Wirtschaftskrise einen Vortrag darüber halten, wie Vermögen nach einer Formel besser bzw. anders verteilt werden können.

Das Redekonzept wird über Umwege gefunden und trifft auf großes Interesse der Zuhörerschaft, allerdings nicht bei den anwesenden Milliardären. Für die Polizei gilt bald ein Zeuge des Anschlages als Täter, erst recht als dieser flüchtet. Er wird aber nicht nur von der Justiz, sondern auch von Auftragskillern verfolgt, die für diese Tat verantwortlich sind.

 

Wer einen spannenden Thriller lesen will, ist mit diesem Buch bestens bedient. Ich habe darin Parallelen zur Geldverteilungspolitik der EU erkannt.

(Leseempfehlung von Fritz Knäpper; er kennt unsere Lesetipps aus den Monatsrundbriefen des Heimat- und Kulturvereins)

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

Unsere Lesetipps vom 18. 02. 2021

 

Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt (2014) *

Der Genetiker Don Tillmann ist Autist und sucht eine Frau fürs Leben. Da ihm der leichte Umgang mit anderen Menschen nicht möglich ist, stellt er für seine Suche auf einem Fragebogen eindeutige Kriterien zusammen, die seine zukünftige Partnerin erfüllen muss. Da kreuzt zufällig Rosie seinen Weg. Sie entspricht in den wesentlichen Punkten keineswegs seinen Vorstellungen, öffnet ihm aber den Weg in die Logik der Gefühle.

Eine witzige und in den Grundzügen doch eine realistische Darstellung darüber, wie ein Autist das Thema Beziehung angehen könnte. Die Weiterführung „Der Rosie-Effekt“ ist auch lesenswert, gefiel mir aber nicht mehr ganz so gut.

(Empfehlung von Lesementorin Johanna Hartlaub, Kassenführerin der Lesefreunde)

 

Frank Schätzing: Tod und Teufel (1995)

Im September 1260 sieht der Herumtreiber und Dieb Jacop, wie Gerhard Morat vom Gerüst des Kölner Domes stürzt und stirbt. Jacop ist sicher, dass er vorher von einer dunklen Gestalt gestoßen wurde. Er findet aber keine weiteren Zeugen und muss erleben, dass alle, denen er seine Beobachtung erzählt, kurz danach ebenfalls einen unnatürlichen Tod finden. War es doch der Teufel, der Morat getötet hat und ist Jacop selbst in Gefahr? Zum Glück helfen ihm der Physikus Jaspar und dessen Nichte Richmodis, das Geheimnis um den Tod des ersten Dombaumeisters Gerhard zu lösen.

Dem Autor gelingt eine sehr spannende Mischung aus historischer Erzählung und Kriminalroman. Die Leser*innen erfahren viel über das mittelalterliche Köln.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Marianne König-Kohlstadt)

 

Bill Clinton; James Patterson: The President is missing (2018) * in deutscher Übersetzung

Der Roman handelt von Cyberkriminalität und deren Abwehr, was nicht nur in den USA ein aktuelles Thema ist. In diesem Fall geht es um eine Hackerbande aus Osteuropa, einen „Maulwurf“ im US-Kabinett sowie einen reuigen Hacker. Dieses brillante Genie hat die Seiten gewechselt. Man merkt dem Buch an, dass der Autor und ehemalige US-Präsident Bill Clinton die Administration der US-Regierung bestens kennt. James Patterson ist sein erfahrener Co-Schreiber.

Das Buch ist spannend bis zur Aufklärung auf den letzten Seiten. Wir haben es „verschlungen.“

(Leseempfehlung von Gudrun und Fritz Knäpper; sie kennen unsere Lesetipps aus den Monatsrundbriefen des Heimat- und Kulturvereins)

 

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

 

Unsere Lesetipps vom 11.02.2021 (Weiberfastnacht)

 

Rebecca Gablé: Das Lächeln der Fortuna bis Teufelskrone (Die Waringham-Reihe)*

Der erste Band dieser groß angelegten Familiengeschichte spielt im 14. Jahrhundert zur Zeit des 100-jährigen Krieges zwischen England und Frankreich. Der junge Robin of Waringham verliert nach dem Tod des Vaters zu Unrecht sein Erbe als Earl und muss sich nun als Stallbursche verdingen. Dennoch erringt er im Laufe seines abenteuerlichen und wechselvollen Lebens viel menschliche Zuneigung und soziale Anerkennung. Auch gelingt es Robin am Ende, seine Rechte als Earl wiederzuerlangen. 

Alle fünf Bände dieser Reihe (von 1997 bis 2019) sind dicke historische Schmöker, aber gut recherchiert und flüssig geschrieben. Als Leser*in erlebt man die Welt des Mittelalters am Beispiel einer Familie über zwei Jahrhunderte.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Marianne König-Kohlstadt)

 

Barbara Honigmann: Georg (2019)

Im Mittelpunkt dieses Romans steht der Vater der Autorin, der ein äußerst bewegtes Leben geführt hat. Er lebte in Deutschland und England, war in Kanada im Exil, spionierte für die Sowjetunion und zog später freiwillig in die DDR. Barbara Honigmann erlebt auch einige Verbindungen und Hochzeiten ihres alternden Vaters mit Frauen, die stets jeweils um die 30 Jahre alt sind. In diesem autobiographisch angelegten Roman versucht die Autorin den zahlreichen persönlichen und politischen Facetten ihres Vaters auf die Spur zu kommen.

Es ist sicher nicht einfach, einen solch „besonderen“ Vater zu haben, aber es ist äußerst interessant, darüber zu lesen.

(Empfehlung von Lesementorin Johanna Hartlaub, Kassenführerin der Lesefreunde)

 

Lisa Taddeo: Three Women – Drei Frauen (2020)*

Schon vor der Übersetzung ins Deutsche sorgte das Buch von Lisa Taddeo bei seinem Erscheinen in den USA für Furore. Als „literarische Reportage über weibliches Begehren“ wurde es dort als Sachbuch eingestuft, was es eigentlich nicht ist. Vielmehr erzählt die Autorin in Romanform von drei Frauen, die sehr unterschiedlich in ihren sexuellen Bedürfnissen und ihrem weiblichen Auftreten sind.

Der Wirbel um das Buch ist für mich nicht verständlich. Aber als treffend geschriebener Roman über Frauen, mit denen es das Leben nicht gut meinte, ist es empfehlenswert.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

*= Diese Bücher können in der Stadtbücherei Hürth ausgeliehen werden.

 

 

Unsere Lesetipps vom 04.02.2021


Jasmin Schreiber: Marianengraben (2020)
Sie begegnen sich nachts auf einem Friedhof: Paula, Mitte 20, voller Schuldgefühle und depressiv und Helmut, Mitte 80, ein wortkarger und misanthropischer Kautz. Sie besucht nachts ihren kleinen Bruder, der zwei Jahre zuvor während eines Urlaubs ertrunken ist, in den Paula nicht mitwollte. Helmut belässt es nicht bei einem Besuch, sondern gräbt die Urne seiner Freundin aus, um sie mit in die Berge zu nehmen. Dies hatte er ihr versprochen, als sie plötzlich starb und er sein Versprechen zu ihren Lebzeiten nicht mehr einlösen konnte. Die beiden unterschiedlichen Charaktere haben doch eines gemeinsam: Sie wollen so nicht mehr leben und beginnen doch langsam, über ihren eigenen Kummer hinweg auch die schönen Seiten des Lebens wieder wahrzunehmen.
Ein wunderbares Buch über Trauer, Krankheit und Abschied, trotz des schweren Themas leicht und bisweilen amüsant geschrieben. Allein die Seiten über den Unterschied von Sterben wollen und nicht leben wollen – großartig! Sehr lesenswert!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Elena Ferrante: Meine geniale Freundin (2016)
Zwei Mädchen wachsen in ärmlichen Verhältnissen im Neapel der fünfziger Jahre auf – mutig und unangepasst die Schustertochter Lila, zurückhaltend und fleißig Elena, die Tochter eines Pförtners. Trotz ihrer Unterschiedlichkeit werden sie schon früh beste Freundinnen und gleichzeitig größte Konkurrentinnen. Auch wenn sich später ihre Wege sich trennen, bleiben sie dennoch emotional immer eng verbunden.
Mich hat besonders die Darstellung fasziniert, wie ein Mädchen aus bildungsferner Familie, mit frauenfeindlicher Sozialisation und unter Mafiastrukturen sein Leben erfolgreich gestaltet.
Wem dieses Buch gefällt, sollte auch die Fortsetzungen lesen: „Die Geschichte eines neuen Namens“; „Die Geschichte der getrennten Wege“; „Die Geschichte des verlorenen Kindes.“

(Empfehlung von Lesementorin Johanna Hartlaub, Kassenführerin der Lesefreunde)

 

Jane Gardam: Robinsons Tochter (2020)
Die sechsjährige Polly hat nach dem Tod ihrer Mutter schon in mehreren Pflegefamilien gelebt, als der Vater sie kurz vor seinem Tod in das Haus ihrer Tanten bringt. Dort lebt sie fortan behütet ein geregeltes Leben. Schon früh hegt das Mädchen kritische Gedanken und rebelliert vorsichtig und dennoch bestimmt gegen die fromme Erziehung durch die Frauen. Dabei begleiten sie stets die Gedanken ihres Lieblingshelden, Robinson Crusoe. Auch wenn sich Polly räumlich nie weit von ihrem Lebensort im englischen Marschland entfernt, gelingt ihr ein selbstbestimmtes und zufriedenes Leben mit einem großen Herzen für die Menschen.
Mit viel Humor und Weisheit lässt uns die Autorin in ihrem Roman am Leben der Protagonistin vom Anfang des letzten Jahrhunderts über mehrere Jahrzehnte lang teilhaben.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

 

Unsere Lesetipps vom 28.01.2021

 

Caroline Bernard: Frida Kahlo und die Farben des Lebens (2019)

Größter Berufswunsch der Mexikanerin Frida Kahlo ist es, Ärztin zu werden. Ein schwerer Unfall, der sie lange ans Bett fesselt und dessen Folgen sie ein Leben lang schmerzhaft spüren wird, machen dies unmöglich. Im Krankenbett beginnt Frida zu malen und wird später dabei ermutigt von Diego Rivera, einem berühmten Maler und Bildhauer. An seiner Seite erlebt sie großen Erfolg bis in höchste Künstler*innenkreise und eine intensive Liebe, aber auch Betrug und große Trauer.

Die Autorin erzählt das Leben dieser außergewöhnlichen Frau und Malerin in einem unterhaltsamen Roman.

(Empfehlung von Lesementorin Johanna Hartlaub, Kassenführerin der Lesefreunde)

 

Benjamin Myers: Offene See (2020)

Der junge Robert Appleyard hat im Jahr 1946 gerade seine Schulzeit beendet. In seinem Heimatort erwartet ihn ein Leben als Bergarbeiter. Vorher will er aber der drohenden Enge entfliehen und wandert mit kleinstem Gepäck quer durch England. In Yorkshire trifft er die ältere Dulcie Piper, die ihn gleich zu einem Tee einlädt. Sehr schnell wird klar, dass diese beiden unterschiedlichen Menschen viel miteinander zu bereden haben. So bleibt Robert dort und hilft zum Dank für die Gastfreundschaft bei der Pflege von  Cottage und Garten. Dabei kommt er Im Laufe der Zeit auch einem Geheimnis der unkonventionellen Frau auf die Spur.

Eine ruhig erzählte Geschichte über den Mut Neues zu wagen, selbstbestimmt zu leben und die Bedeutung von Freundschaft und Vertrauen auch über Generationen hinweg.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Heather Morris: Der Tätowierer von Auschwitz – Die wahre Geschichte des Lale Sokolov (2018)

                                Das Mädchen aus dem Lager – Der lange Weg der Cecilia Klein (2020)

Lale Sokolov wird in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert und muss dort allen Mitgefangenen eine Häftlingsnummer auf den Arm tätowieren. Dabei lernt er eines Tages Gita kennen, und trotz der schrecklichen Bedingungen im Lager beginnt eine Liebesgeschichte, die mit dem Überleben der beiden Liebenden glücklich endet.

Auch Cecilia, die Protagonistin des zweiten Buches findet am Ende die Liebe. Allerdings erduldet sie zuerst im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau als Zwangsgeliebte des Kommandanten und später im Gefangenenlager Workuta in Sibirien nahezu Unmenschliches.

Die beiden Romane sind keine leichte Lektüre, aber äußerst lesenswert. Sinnvoll ist es, sie in der genannten Reihenfolge zu lesen. Sie können in der Stadtbücherei ausgeliehen werden.

 (Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Roswitha Wilmer)

 

 

Unsere Lesetipps vom 21.01.2021

 

Navid Kermani: Sozusagen Paris (2016)

Ein Autor stellt auf einer Lesung seinen neuesten Roman über eine große Liebe aus seiner Jugendzeit vor. Zufällig ist genau diese Frau unter den Zuhörer*innen, und die beiden kommen nach der Veranstaltung miteinander ins Gespräch. Der Autor begleitet sie nach Hause,  und die beiden unterhalten sich die ganze Nacht über das Leben und die Liebe, während der Ehemann dieser Frau im Nebenzimmer arbeitet.

So könnte es sein, wenn man seine große Liebe im Alter von 15 Jahren zufällig dreißig Jahre später wiedertrifft.

(Empfehlung von Lesementorin Johanna Hartlaub, Kassenführerin der Lesefreunde)

 

Lothar Lax: Schicksalhafte Begegnung im Tal der Wupper und Die Spur führt nach Peru

Der Hürther Autor beschreibt in seinen beiden Romanen, erschienen im Selbstverlag, die Situation der Generation, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat und nun an eine bessere Zukunft glaubt. Dabei stellt er zwei junge Menschen in den Mittelpunkt der Handlung, die sehr unterschiedlich sind, deren Leben aber über Jahrzehnte miteinander verknüpft bleiben. Die Leser*innen können Robert Lambertz und Heike Vorbeck von Wuppertal aus in die Ferne bis nach Südamerika begleiten.

Die Verknüpfung von Zeitgeschichte und den Lebenserfahrungen der Menschen in den letzten Jahrzehnten in nahen und fernen Orten sind sehr interessant und lesenswert.

(Empfehlung von Lesementorin Ursula Lax)

 

A.G.Riddle: Pandemie (2019)

Der Autor hat bereits mehrere Bücher über Katastrophen und Untergangsszenarien geschrieben. In „Pandemie“ aus dem Jahr 2019 beschreibt er, wie sich eine bis dahin unbekannte Krankheit von Kenia aus verbreitet. Der Wissenschaftler Desmond Hughes und Peyton Shaw von der Seuchenschutzbehörde gehen dieser Krankheit nach und entdecken dabei Unglaubliches. Riddle mischt in diesem Roman wissenschaftliche Fakten und Fantasie zu einer rasant erzählten Geschichte.

Das ist ein absolut spannendes Buch, das ich trotz der fast 800 Seiten kaum aus der Hand legen wollte.

(Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

 

 

Unsere Lesetipps vom 14.01.2021

Frank Goosen: So viel Zeit

Bei der Abi-Feier beschließen vier Freunde, sich nach 25 Jahren wieder zu treffen um zu sehen, was aus ihnen geworden ist. Zu diesem Zeitpunkt – im Sommer 1982 -halten sie sich für unsterblich und 25 Jahre sind mehr als eine Ewigkeit. Doch die Ewigkeit vergeht – und tatsächlich kommen sie wieder zusammen. Das Leben hielt nicht immer, was sie sich erträumt hatten, aber sie beschließen, ihre Freundschaft wieder aufleben zu lassen und gründen eine Rockband.

Dieser Roman über Männerfreundschaft ist locker und leicht geschrieben, voller Musik und guter Laune mit durchaus traurigen Momenten. Frank Goosen erzählt von meiner Generation, der Wiedererkennungsfaktor ist wunderbar!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Thomas Hettche: Herzfaden

Bei einem Theaterbesuch versteckt sich eine Zwölfjährige im Streit vor ihrem Vater und entdeckt dabei zufällig eine kleine Tür. Durch sie gelangt das Mädchen auf einen Dachboden voller Marionetten und betritt damit einen magischen Raum. Neben den Figuren der Augsburger Puppenkiste ist dort auch Hannelore Oehmichen, genannt Hatü. Sie hat zusammen mit ihrem Vater das Puppentheater gegründet, zahlreiche Puppen geschnitzt und das Theater über viele Jahre fortgeführt. Hatü und berühmte Figuren des Puppentheaters sprechen mit dem Mädchen über das Leben an sich und erzählen dabei auch von den Anfängen des Theaters im und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Dem Autor gelingt in diesem eine besondere Verbindung von Realität und Fantasie. Nicht nur für Freund*innen der Augsburger Puppenkiste ist dies ein warmherziges Buch für Wintertage.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Joachim Meyerhoff: Hamster im hinteren Stromgebiet

Mit knapp 50 Jahren erleidet der Autor einen Schlaganfall, der ihn für kurze Zeit ans Krankenbett fesselt. In seinem Buch  beschreibt er sehr detailliert, wie er die verlorene Kontrolle über seine linke Körperhälfte empfindet und welche Ängste und Sorgen er hat. Schritt für Schritt erobert er sich seine Beweglichkeit zurück, liebevoll begleitet von seiner Familie. Dazu gehört auch, dass er der Veränderung in seinem Kopf einen Namen gibt, so dass er mit dem „Hamster im hinteren Stromgebiet“ in einen bewussten Kontakt treten kann.

Joachim Meyerhoff setzt sich in diesem Buch ernsthaft mit der eigenen Gesundheit auseinander. Dies gelingt ihm dennoch in gewohnt unterhaltsamer Weise und mit einem humorvollen Blick auf sich selbst.

(Empfehlung von Margret Schaaf, Zweite Vorsitzende der Lesefreunde)

 

 

Unsere Lesetipps vom 17.12.2020

Markus Thiele: Echo des Schweigens

Hannes Jansen ist Strafverteidiger. Sein Klient ist ein Polizist, der wegen Mordes an einem Asylbewerber angeklagt ist und an dessen Unschuld Jansen glaubt. Ein neues rechtsmedizinisches Gutachten spricht jedoch gegen ihn. Der Autor ist Schriftsteller und Rechtsanwalt und verwebt in seinen Romanen gekonnt Fiktion und Realität. Auch der Inhalt dieses Buches beruht auf einem bis heute ungeklärten Kriminalfall.

Der Thriller wirft die Frage nach Gerechtigkeit auf, wie sie aktueller heute nicht sein könnte.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Carlos María Domínguez: Das Papierhaus

Gleich im ersten Abschnitt des kurzen Romans wird Bluma Lennon beim Lesen eines Gedichtes von einem Auto überfahren. Wochen später öffnet ihr Kollege und Geliebter einen Brief an die Frau und wundert sich über ein Buch mit Widmung und unerklärlichen Zementspuren. Er macht sich auf die Suche nach dem Absender und erlebt auf seiner Reise manche Überraschung, taucht aber vor allem tief in die Liebe zur Literatur und zu Büchern ein.

Ein Buch, das alle Lese- und Literaturbegeisterte bezaubern kann und auf überraschende Weise zeigt, dass sich Romane nicht nur zum Lesen eignen.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Claire Winter: Kinder ihrer Zeit

Auf der Flucht aus Ostpreußen werden die 11-jährigen Zwillinge Emma und Alice 1945 getrennt und wissen nicht, dass sie beide überlebt haben.  Während Emma in Westberlin aufwächst, lebt Alice in einem Kinderheim der DDR. Zwölf Jahre nach der Trennung treffen sie sich überraschend wieder. Über einen gemeinsamen Bekannten geraten beide Schwestern unfreiwillig zwischen die Fronten der Geheimdienste.

Es ist ein sehr spannend erzähltes Buch über die Zeit des Kalten Krieges bis zum Mauerbau im Jahr 1961. Es kann in der Hürther Stadtbücherei ausgeliehen werden.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Roswitha Wilmer)

 

 

 

Unsere Lesetipps vom 10.12.2020

 

Robert Seethaler: Der letzte Satz

Der Komponist und Dirigent Gustav Mahler fährt zusammen mit seiner Frau Alma und Tochter Anna von New York zurück nach Europa. Er ist bereits sehr krank, und ist froh, dass er auf dieser Schiffsreise viele Gelegenheiten zum Ausruhen und Nachdenken hat. Dabei lässt er seine musikalische Entwicklung, seine Begegnung mit anderen Künstlern, vor allem aber seine Ehezeit und den Verlust seiner älteren Tochter noch einmal an sich vorbeiziehen. In gewohnt präziser und klarer Sprache zeichnet der Autor ein deutliches Bild des Ausnahmemusikers.

Robert Seethaler ist für mich immer absolut lesenswert, und wer seine Bücher mag und auch noch Musik liebt, für den ist dieses Buch ein kleiner Schatz. Ausdrücklich empfehlen möchte ich in diesem Fall auch das Hörbuch, gelesen von Matthias Brandt.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Carsten Sebastian Henn: Der Gin des Lebens

Dass der Hürther Autor Carsten Henn in Sachen Wein und Krimi sein Wissen wunderbar kombiniert, goutiert seine Leserschaft seit langem. Bei seinem neusten Titel geht es ausnahmsweise nicht um den viel beschriebenen Rebensaft – um Mord allerdings weiterhin – und dass sich Mord und anderer Alkohol auch gut in einer spannenden Geschichte machen, zeigt schon der Titel. Der Schauplatz ist Südengland, dem ersten Toten begegnet man auf Seite 2, und die zahlreichen Zutaten für den „Gin des Lebens“ verfolgen einen bis zur letzten Seite – Zusammen mit etwas Liebe, Familiengeschichte und natürlich der Auflösung des Falls.

Locker geschrieben ist man nach der letzten Seite unsicher, ob man erst der englischen Hafenstadt Plymouth einen Besuch abstatten soll oder sein kulinarisches Wissen über Gin erweitern möchte. Nun – in Coronazeiten ist nur eine der beiden Möglichkeiten verfügbar: Zum Wohl allerseits!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil

Der österreichische Autor hat seinen an Alzheimer erkrankten Vater über viele Jahre begleitet und gepflegt. Dabei erlebt er, wie sich bei dem älteren Mann die Orientierung in Zeit und Raum langsam auflösen und Erinnerungen verschwimmen. Dennoch bleibt er witzig und charmant, und erzählt gerne von seiner Kindheit und Jugend. In Gesprächen und gemeinsamen Unternehmungen lernt der Sohn seinen Vater noch einmal neu und anders kennen, und beide genießen trotz aller Einschränkungen die letzte gemeinsame Zeit.

Arno Geiger hat ein warmherziges Buch über einen langen Abschied geschrieben. Für alle, die in ihrem Umfeld eine Demenzerkrankung miterlebt haben, bietet es Anregung und Trost.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

 

Unsere Lesetipps vom 03.12.2020

Carmen Korn: Trilogie – Töchter einer neuen Zeit – Zeiten des Aufbruchs – Zeitenwende

Die Autorin spannt in ihren drei Romanen einen Erzählbogen vom Frühjahr 1919 bis zur Jahrtausendwende und erzählt die Lebensgeschichte von vier Freundinnen auf dem Hintergrund der jeweiligen politischen Situation. Als junge Frauen suchen Henny, Käthe, Ida und Lina in Band 1 noch ihren jeweiligen Weg. In der Fortsetzung erfahren die Leser*innen, wie die Frauen in der Nachkriegszeit und den Sechzigerjahren leben. Im Band 3 erleben sie nun als Großmütter Wiedervereinigung und Jahrtausendwende und schauen auf die Zukunft ihrer Enkelkinder.

Mit großem Interesse habe ich die Lebenswege der vier unterschiedlichen Frauen gelesen, deren Freundschaft in allen persönlichen Höhen und Tiefen Bestand hat und die unabhängig von der jeweiligen politischen Situation zusammenhalten.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Jutta Mittwede)

 

Ann Petry: The Street – Die Straße

Im New Yorker Stadtteil Harlem hat es Lucie im Jahr 1946 als alleinerziehende Mutter und Schwarze besonders schwer. Sie ist fest entschlossen ihrem Sohn Bubb eine gute Zukunft zu bieten und ihn zu einem anständigen Menschen zu erziehen. Aber in ihrem Lebensumfeld voller Armut, Gewalt, Frauenfeindlichkeit und Ausbeutung durch die Weißen kann ihr dies nicht gelingen.

Ein eindrucksvoller Roman über eine Frau in äußerst schwierigen Lebensumständen, der leider immer noch Aktualität hat.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Johanna Hartlaub)

 

Thornton Wilder: Der achte Schöpfungstag

Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung wird ein unschuldig Verurteilter von Maskierten befreit. Ihm gelingt die Flucht, und er kann fern der Heimat ein neues Leben beginnen. Seine Familie sieht er allerdings nie wieder. Der Autor erzählt in diesem preisgekrönten Roman aus dem Jahr 1967 die Geschichte zweier amerikanischer Familien über mehrere Generationen und Länder. Dabei geht es nicht nur um die Aufklärung des Mordes, sondern vielmehr auch um große Sinnfragen des Lebens.

Ein Roman, den ich nach vielen Jahren noch einmal gelesen habe und der mich wieder begeistert hat. Thornton Wilder schreibt spannend und tiefgründig mit wunderbarer Sprache.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

 

Unsere Lesetipps vom 26.11.2020

Annette Hess: Deutsches Haus
Eva, eine junge Dolmetscherin für Polnisch, erhält im Jahr 1963 unerwartet die Anfrage, beim ersten Auschwitz-Prozess in Frankfurt mitzuwirken und zu übersetzen. Sowohl ihre Eltern als auch ihr zukünftiger Verlobter wollen sie davon abhalten. Doch Eva hört nicht auf sie und nimmt das Angebot an. Was sie im Laufe des Verfahrens hört und erfährt, verändert ihr Leben und ihren Blick auf die Vergangenheit.
Die Autorin greift in ihrem Roman ein Thema auf, das nicht neu ist, aber nach wie vor hoch aktuell und wichtig.
(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Johanna Hartlaub)


Daniela Krien: Die Liebe im Ernstfall
Fünf Frauen, als Kinder aufgewachsen in der DDR, lernen nach dem Fall der Mauer, dass die Freiheit auch ein Zwang sein kann – der Zwang zu wählen. Fünf Frauen, deren Leben sich kreuzen – jede hat ihre ganz eigene Perspektive, jeder ist ein eigenes Kapitel des Buches gewidmet. Und überall lauten die Fragen ganz ähnlich: Was macht mich aus, was sind meine Ziele, wo sind meine Grenzen?
Fünf Frauenperspektiven werden von Daniela Krien kunstvoll verwoben und egal, welche der fünf Geschichten man liest, man kann die Hauptfigur verstehen und ist berührt von ihrer Trauer oder ihrem Glück.
(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

Kurt Tucholsky: Gedichte
Als Journalist, Satiriker, Roman- und Kabarettautor sowie Literatur-, Film- und Musikkritiker war der Berliner Kurt Tucholsky in der Weimarer Zeit sehr erfolgreich und hatte großen Einfluss als Publizist. Sehr früh warnte er vor den Nationalsozialisten und verließ bereits 1929 Deutschland. Seine Beziehungen zu Frauen waren allerdings schwierig und gelangen ihm nicht so gut. Trotzdem schrieb er zeitlose Liebesgeschichten. In den Gedichten wird Tucholskys Talent zur Beurteilung von Sprachen, Sitten und Gebräuchen und Menschen sehr deutlich.
In den letzten Wochen haben mich die Gedichte Tucholskys begleitet und erfreut. Als besonderen Lesetipp nenne ich seinen Text „An das Publikum.“
(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Emma Kleps)

 

 

Unsere Lesetipps vom 29. Oktober 2020

 

Tom Saller: Wenn Martha tanzt

Der Student Thomas findet nach dem Tod seiner Großmutter Hedi zufällig ein verstecktes Tagebuch ihrer Mutter Martha. Natürlich liest er es und hofft, endlich mehr aus Kindheit und Jugend seiner Oma und ihrer Familie zu erfahren. Mit Erstaunen erfährt er, dass Martha an der neu eröffneten Bauhausschule in Weimar Ausdruckstanz lernte und in engem Kontakt zu berühmten Künstlern dieser Zeit stand. Später kehrte sie mit einem Säugling in ihr Heimatdorf in Pommern zurück und heiratete ihren Jugendfreund. Marthas Aufzeichnungen enden auf mit ihrer Flucht kurz vor Kriegsende. Mithilfe des Tagesbuchs findet Thomas ihre Spur wieder.

Die Zeitsprünge in der Erzählung und die zahlreichen Überraschungen und Wendungen in der Geschichte machen das Buch zu einem spannenden und abwechslungsreichen Leseerlebnis.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

 Der Autor erzählt in diesem Roman mit autobiographischem Bezug die Geschichte des Jungen Amos und seiner Familie. Im Mittelpunkt stehen dabei seine Eltern, ihre Liebe, ihr Leben in der Diaspora und ihr Überleben des Holocaust. Sie kommen in den vierziger Jahren nach Jerusalem, erleben voller Zuversicht die Gründung des Staates Israel und werden in ihrer neuen Heimat dennoch nicht glücklich. Auf dem Hintergrund dieser groß angelegten Familiensaga erfahren die Leser*innen gleichzeitig viel über die Hoffnungen und Träume eines ganzen Volkes.

Auch nach mehrmaligem Lesen ist dieses ca. 800 Seiten dicke Buch für mich ergreifend und unvergesslich.

 (Empfehlung von Lese-Café-Besucherin und Lesementorin Ingrid Fischer)

 

Jonathan Franzen: Die Korrekturen

Dieses Buch ist bereits im Jahr 2001 erschienen und hat damals Leser*innen in aller Welt begeistert. Der Autor versammelt in seiner Geschichte die Familie Lambert zu einem „letzten“ Weihnachtsfest im Mittleren Westen Amerikas. Er erzählt leicht und direkt, bissig und humorvoll, präzise und mitreißend von den Beziehungen und Verstrickungen innerhalb dieser Familie und dem Bemühen der Eltern und ihrer drei erwachsenen Kinder mit dem eigenen Leben zurechtzukommen.

Selten sind die Beziehungen innerhalb einer Familie so realistisch und unterhaltsam erzählt und beschrieben worden wie in diesem Roman. Es lohnt sich unbedingt, ihn auch ein zweites Mal zu lesen – und das nicht nur vor einem Familientreffen zu Weihnachten.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gabriele Remke)

 

 

Unsere Lesetipps vom 08. Oktober 2020

 Alain Claude Sulzer: Postskriptum

Der erfolgreiche jüdische Filmstar Lionel Kupfer bereitet sich im Januar 1933 in einem Schweizer Hotel auf seine nächste Filmrolle vor und hat dort eine kurze Affäre mit dem Postboten des Ortes. Dann erhält er Besuch von seinem langjährigen verheirateten Geliebten, der inzwischen enge Verbindung zu den Nationalsozialisten hat. Eduard überbringt die Nachricht, dass der Film nicht wie geplant gedreht wird. Kupfer erkennt die zunehmende politische Gefahr für ihn als Juden und emigriert nach Amerika. Im Alter blickt er noch einmal auf diese Vorkriegszeit, sein Leben im Exil und sein erfolgreiches Comeback zurück.

In diesem Roman begleitet man die Protagonisten über Jahrzehnte und erlebt, wie sie einander auch in der räumlichen Distanz verbunden bleiben.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

Ragnar Jónasson: Die Hulda-Trilogie (Teil 1: Dunkel; Teil 2: Insel; Teil 3: Nebel)

Die Trilogie handelt von Hulda, einer Ermittlerin, die kurz vor ihrer Pensionierung von einem jüngeren Kollegen ersetzt werden soll. Sie räumt nicht freiwillig das Feld. So wird ihr zugestanden, zuvor noch einen „Cold Case“ – einen alten ungelösten Kriminalfall – zu bearbeiten. Der Autor, Mitbegründer des Reykjavik International Crime Writing Festival beginnt die Trilogie mit dem inhaltlich letzten Teil des Geschehens. So kennt man schon das Ende, bevor man mehr über die Schatten erfährt, die über Huldas Vergangenheit liegen und tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt erhält.

Die Reihe ist düster und melancholisch, übt jedoch einen starken Sog aus. Unvorhersehbare Wendungen vermitteln eine enorme Spannung. Das Ende lässt einen sprachlos zurück.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Ruth Baumeister)

 

Marco Bolzane: Das Leben wartet nicht

Der Autor, Lehrer an einem Mailänder Gymnasium, erzählt die Geschichte des Kindes Ninetto, das sich aus dem armen Süden Italiens alleine aufmacht, um im Norden des Landes Lohn und Arbeit zu finden. Tatsächlich findet Ninetto schnell eine Anstellung als Bote und kann damit seine Lebenssituation verbessern. Als er über fünfzig Jahre später zurückblickt, muss er feststellen, dass er doch nicht das große Glück gefunden hat. Nachdenklich schaut Ninetto auf die neuen Arbeitssuchenden, z.B. aus China und Nordafrika, die nun ebenfalls ihre Heimat verlassen haben, um woanders ein besseres Leben zu finden.

Marco Bolzano erzählt am Beispiel eines Jungen von der Kinderemigration in den späten 50er und 60er Jahren in Italien, als viele Kinder aus den ärmsten Familien im Süden des Landes in den Norden ausgewandert sind. Aber auch heute ist das Thema „Migration“ unverändert sehr aktuell.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gabriele Remke)

 

 

Unsere Lesetipps vom 01. Oktober 2020

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

Die Handlung dieses Buches spielt in einem kleinen Dorf im Westerwald, wo die alte Selma den Tod eines Menschen voraussehen kann, wenn ihr im Traum ein Okapi erscheint. Allerdings weiß sie nicht, wer sterben wird. So setzen ihre nächtlichen Ahnungen unerwartete und ergreifende Entwicklungen bei den  Bewohner*innen mit ihren meist etwas skurrilen Charakteren in Gang. In ihrem besonderen Sprachstil erzählt die Autorin von lustigen, traurigen und schrägen Ereignissen der Dorfgemeinschaft.

Dieses Buch hat mich so in den Bann gezogen, dass ich es nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es war mein persönlicher Roman des Jahres 2019.

(Empfehlung von Lesementorin Filiz Kücükaksu)

 

Tom Saller: Ein neues Blau

Anja, ein widerspenstiger Teenager wird Gesellschafterin der alten Dame Lili, die zurückgezogen in einer Villa in Berlin – Charlottenburg lebt. Was am Anfang unvereinbar scheint, entwickelt sich zu einer glücklichen Begegnung. Nach und nach erzählt Lili aus ihrer Kindheit und Jugend in Berlin, ihrer Flucht vor den Nationalsozialisten und ihrer Arbeit für die Königliche Porzellanmanufaktur. Auch die junge Anja kann sich emotional öffnen und ihren Lebensfragen stellen.

Der Roman bietet eine interessante Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte. Besonders genussvoll wird das Lesen bei einer Tasse Tee aus dem Lieblingsporzellan.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

Michael Robotham: Schweige still

Der Psychologe Cyrus Haven musste als Kind erleben, dass sein älterer Bruder seine Eltern und die Geschwister brutal getötet hat. Nun berät er die Polizei bei der Aufklärung von Gewaltverbrechen. Bei der Untersuchung eines Mordes an einem Teenager, lernt Cyrus die junge Evie kennen. Auch sie hat als Kind ihre Eltern durch ein Verbrechen verloren und wurde dann jahrelang eingesperrt und missbraucht. Zwischen diesen beiden Menschen entwickelt sich eine zugleich professionelle und menschliche Beziehung, die zur Lösung des Falles beiträgt.

Die Untersuchung des Mordes wird abwechselnd vom Psychologen und der jungen Frau erzählt. Die Leser*innen entwickeln dadurch viel Verständnis für die Beiden und fiebern gleichzeitig der Aufklärung des Falles entgegen. Für mich ist es ein absolut spannender Krimi mit Tiefgang.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Unsere Lesetipps vom 24. September 2020

 

Carlos Ruiz Zafon: Der Schatten des Windes

Daniel lebt im düsteren Barcelona der Franco-Ära. Als sein Vater ihn eines Tages auf den „Friedhof der Vergessenen Bücher“ führt, entdeckt der Junge dort den Roman eines verschollenen Autors. Für dessen Buch fühlt Daniel sich nun verantwortlich und macht sich auf die Suche nach dem Schriftsteller. Dabei verändert sich sein Leben sehr, und er gerät in große und rätselhafte Gefahren.

Carlos Ruiz Zafon ist im Juni 2020 verstorben. Dies war Anlass, seinen Roman aus dem Jahr 2002 noch einmal aus dem Bücherschrank zu holen. Auch beim zweiten Lesen hat mich die Handlung in ihren Bann gezogen und die Geschichte gefesselt.

 (Empfehlung von  Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Albert, Cordelia: Als Ludwig aus dem Rahmen stieg – Beethoven erzählt sein Leben für Kinder

Alle, die das Klavierspiel erlernt haben, werden sich erinnern: Irgendwann darf man „Für Elise“ von Ludwig van Beethoven spielen. Tatsächlich ist das Üben aber nicht so mühelos wie erhofft. Da schimpft man schon mal auf den Komponisten. So geht es auch dem kleinen Jungen in diesem Buch, der dann von Beethoven selbst Unterstützung bekommt. Dieser entsteigt einem Bilderrahmen über dem Klavier und lässt sich auf ein Zwiegespräch mit dem jungen Klavierspieler ein. Fällt ihm das Üben anschließend leichter?

Diesen Buchtipp für Kinder habe ich in der Zeitung entdeckt und kann mir gut vorstellen, dass diese Lektüre auch noch für Erwachsene interessant ist.

 (Empfehlung von Lesefreundin Sabine Faßbender)

 

Wolfram Fleischhauer: Das Meer

Im Mittelpunkt dieses Romans stehen zwei Frauen, die als Beauftragte der EU und als Umweltaktivistin die Bedingungen des Fischfangs untersuchen und erkunden. Sie entdecken, dass weltweit Flüchtlinge und Illegale auf Fangschiffe gelockt werden und dort unter menschenunwürdigen Bedingungen arbeiten müssen. Illegale Fischfänge werden durch Umladungen und Mischungen so lange mit anderen Fängen vermischt, bis sie nicht mehr als solche nachgewiesen werden können. Im Laufe ihrer Recherche geraten die beiden Frauen in höchste Gefahr. Verzweifelt versuchen Angehörige und Freunde ihr Leben zu retten.

Der Autor ist Konferenzdolmetscher in Brüssel und verknüpft sein Sachwissen und spannende Handlung zu einem Ökologie-Thriller. Seine Äußerungen über das heutige Europa finde ich faszinierend und lesenswert.

(Empfehlung von Lese-Café-Besucherin Emma Kleps)

 

Unsere Lesetipps vom 17. September 2020

 Donna Tartt:  Der Distelfink

Theo Decker ist 13 Jahre alt und besucht zusammen mit seiner Mutter das Metropolitan Museum of Art, die dort bei einem Bombenanschlag stirbt. Nun verändert sich sein Leben radikal. Zuerst kommt er bei der Familie eines Klassenkameraden unter, später holt ihn sein alkoholkranker Vater zu sich nach Nevada. Mit jedem Jahr wachsen Theos Probleme, und dabei spielt das berühmte Gemälde „Der Distelfink“ des niederländischen Maler Carel Fabritius eine wichtige Rolle.

Dies Buch ist genau das, was ich unter einem echten Schmöker verstehe – einmal versinken und kaum imstande sein, wiederaufzutauchen. Was bei über 1000 Seiten aber schwierig ist, da man ja ab und zu etwas essen und trinken muss.

 (Empfehlung Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Eowyn Ivey: Das Leuchten am Rand der Welt

Im Winter 1885 erhält Lieutenant Allen Forrester den Auftrag, um Namen der U.S. Armee den Wolverine River in Alaska zu erforschen. Niemand kann voraussehen, was ihn und seine Männer in diesem geheimnisvollen und noch unerforschten Landstrich erwartet.

Forresters Ehefrau Sophie würde ihn gerne auf der Reise begleiten, ist sie doch leidenschaftliche Vogelkundlerin. Sie ist jedoch schwanger und muss deshalb in Vancouver zurückbleiben. Aber auch dort fordert ihr das Leben ebenso viel Mut ab wie ihrem Mann n der Wildnis.

Nie bin ich dem Leben in Alaska so nahegekommen, habe die Entbehrungen und die Wildheit so intensiv mitgespürt. Das Buch erzählt eindrücklich von mutigen Menschen in schwierigen Zeiten.

 (Empfehlung von Lesementorin Sabine Reiter-Meier)

 

 Abbie Greaves: Hör mir zu, auch wenn ich schweige

Nach über 40 Jahren Ehe hört Frank auf, mit seiner Frau zu sprechen, und Maggie erträgt dennoch geduldig und liebevoll seine Schweigsamkeit. Doch dann muss sie plötzlich ins Krankenhaus und liegt dort in tiefem Koma. Eine Krankenschwester macht Frank deutlich, dass er seine Frau wieder ins Leben zurückholen kann – wenn er wieder mit ihr spricht. Und so beginnt er zu erzählen, ruft den Beginn ihrer Beziehung in Erinnerung, drückt zaghaft und dennoch intensiv seine Liebe zu Maggie aus und lässt sie nach und nach wissen, warum er stumm geworden ist.

Eine Liebes- und Beziehungsgeschichte voller Emotionen, die auch Gefühle wie Schuld und Scham nicht verschweigt. Als Leser*in fiebert man der Aufklärung entgegen und ist beglückt über ein versöhnliches Ende, das aber keineswegs kitschig ist.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

 

Unsere Lesetipps vom 10. September 2020

 Hermann Hesse: Tessin

Schon als Kind lernte der in Calw/Württemberg geborene Autor durch die berufliche Tätigkeit seines Vaters die Schweiz kennen. In seinen mittleren Jahren siedelte er in das von ihm sehr geliebte Tessin um, das er so beschreibt: „Hier ist die Sonne intensiver und wärmer, die Berge sind röter, hier wachsen Kastanien, Trauben, Mandeln und Feigen. Die Menschen sind gut, wohlerzogen und freundlich…“.

 

„Tessin“ ist eine wunderbare Sammlung von Gedichten, Aquarellen und Texten und eines meiner Lieblingsbücher, an dem ich mich immer wieder erfreuen kann.

 

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Jutta Mittwede)

 

 

Wolfgang Herrndorf: Tschick

Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, hat es von der Förderschule auf das Gymnasium geschafft und ist alles andere als ein gutes Beispiel für Integration. In einem gestohlenen Wagen macht er sich auf den Weg irgendwohin, zusammen mit Maik, aus dessen Sicht das Buch erzählt ist. Auch Maik ist Außenseiter und hat in den Ferien sowieso nichts vor. So fahren sie zusammen los ohne Ziel und Landkarte. Es wird eine Irrfahrt durch den Osten Deutschlands, und was sie erleben ist wunderbar schräg, erzählt in einem schnoddrigen Tonfall.

Falls jemand dieses Buch tatsächlich noch nicht kennt – unbedingt lesen! Tschick stand nicht nur auf den Bestsellerlisten, der Roman wurde auch verfilmt und auf die Bühne gebracht. Er wird in der Oberstufe behandelt, und die Jugendlichen finden ihn trotzdem gut. Das will etwas heißen!

 (Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

Filiz Sarimese: Wohin gehst du?

Die Hürther Autorin und Lesementorin erzählt in diesem Buch die fast wahre Geschichte eines Straßenhundes. Geboren ist dieser Hund in einem kleinen türkischen Dorf am Mittelmeer und muss sich dort in seiner ersten Lebenszeit in den Straßen und am Strand durchschlagen. Zum Glück „adoptiert“ ihn eine Familie und nimmt ihn mit nach Deutschland. Dort wird zwar alles besser – aber auch ein Hund muss sich an rheinische Gepflogenheiten erst einmal gewöhnen.

Vor allem die 7 – 12jährigen werden Freude an dieser Geschichte haben, die auf den wahren Erlebnissen unseres Familienhundes basiert.

(Empfehlung von Lesementorin Filiz Kücükaksu)

 

                                                               

 

Unsere Lesetipps vom 03. September 2020

Welt, bleib wach: Das große Buch vom Lesen

Immer schon haben Menschen gerne und viel gelesen, sich damit Wissen angeeignet, ihre Fantasie angeregt, Träume lebendig werden lassen und sich mit der eigenen Person und der Welt auseinandergesetzt. In diesem Buch nun schildern bekannte und unbekannte Persönlichkeiten ihren Zugang und ihren Umgang mit Büchern und dem Lesen und gewähren Einblick in ihre Lesebiographien.

Dieses Buch ist eine wirkliche Anstiftung zum Lesen und hochinteressant.

(Empfehlung von Lesefreund und Lesementor Manfred Pfeil)

 

James Baldwin: Giovannis Zimmer

Das Buch hat James Baldwin bereits im Jahr 1956 geschrieben. Nun ist es neu übersetzt wieder veröffentlicht worden und in seiner Thematik unverändert aktuell. Der Amerikaner David lebt in Paris und verliebt sich in den italienischen Barmann Giovanni, der seine Homosexualität offen auslebt. Die beiden beginnen eine Affäre, die mit der Rückkehr von Davids Verlobten tragisch endet. 

Eine Liebe zwischen zwei Männern, voll von Sehnsucht und doch tragisch. Ein Buch, das mich tief beeindruckt hat.

(Empfehlung von Lesementorin Sabine Reiter-Meier)

 

Kiran Millwood Hargrave: Vardö – Nach dem Sturm

Weit oben im Norden Norwegens tötet am Weihnachtsabend 1617 ein plötzlicher Sturm alle Männer der kleinen Insel Vardö beim Fischfang. Die zurückgebliebenen Frauen müssen nun alle Kräfte zum Überleben aufbieten. Dabei lösen sich tradierte Rollenmuster auf, und es entstehen Spannungen innerhalb der Gruppe. Dies wird verstärkt, als ein Mann auf die Insel kommt, der Erfahrung mit Hexenverfolgung hat und eine alte Ordnung wiederherstellen soll. Seine Frau fürchtet ihn sehr und kann sich trotzdem mit Hilfe einer Dorfbewohnerin von seiner Tyrannei befreien.

Schnörkellos und dennoch detailliert erzählt die Autorin die Geschichte der Frauen und lässt ein Bild vom harten Leben im rauen Klima entstehen. Umso mehr wirkt darin die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen einer Inselbewohnerin und der Zugezogenen entwickelt.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

 

Unsere Lesetipps vom 27. August 2020

 Patrik Svensson: Das Evangelium der Aale

Der Autor in der Nähe der schwedischen „Aalküste“ aufgewachsen und hat in seiner Kindheit beim Aalfischen mit seinem Vater große Nähe zu ihm empfunden. Nun schreibt Svensson über die Natur- und Kulturgeschichte der Aale und verbindet dies leicht lesbar und dennoch richtig spannend mit seiner persönlichen Geschichte und ein Leben auf der Suche.

Ein ungewöhnliches Buch, in dem viele Fragen über Natur, über das Leben und den Tod angesprochen werden. Mein persönliches Fazit: Einfach beeindruckend und lesenswert! Ich habe viel gelernt, nicht nur über Aale.

 (Empfehlung von Lesementorin Sabine Reiter-Meier)

 

Günter Grass: Die Blechtrommel

 

Aale spielen auch in diesem bedeutsamen Werk des Literaturnobelpreisträgers von 1999 eine Rolle. Grass lässt den kleinwüchsigen Oskar Matzerath schalkhaft und mit scharfem Blick auf die deutsche Geschichte vom Vorkriegs-Danzig bis in die Nachkriegszeit in Düsseldorf schauen und sprachgewaltig und mitreißend davon erzählen. Seine kleine Blechtrommel begleitet den Protagonisten dabei als unverzichtbares Ausdrucksmittel.

Das Buch ist ein Schatzkasten der deutschen Sprache und ein großes Ereignis für mich.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Emma Kleps)

 

 Viveca Sten: Flucht in die Schären – Ein Fall für Thomas Andreasson

Flucht vor dem prügelnden Ehemann, Ermittlung gegen diesen als Steuerhinterzieher, wobei es nur nicht genügend Beweise gibt für Drogenhandel und Geldwäsche – dies sind brisante Themen für einen spannenden Krimi und den Ermittler Thomas Andreasson!

Dieses Buch ist der neunte Band der Krimiserie, die alle in den Schären Schwedens spielen. Entsprechend ähnlich lauten auch die einzelnen Titel (zumindest in der deutschen Übersetzung), was die einzelnen Bücher aber nicht weniger lesenswert machen. Im Gegenteil, man kann sich freuen, dass es mehr gibt von dieser Autorin, die uns auch die Zukunft noch weitere Fälle bescheren wird.

Gutes Futter für Krimifans, die es nicht so superblutig, sondern eher well done mögen!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

                                               

Unsere Lesetipps vom 18. Juni 2020:

Von Ulla Buse (Lesefreunde)

  1. Nino Haratischwili: Das achte Leben (für Brilka) – geb. 34 € oder TB 18 € oder Stadtbücherei
  2. Robert Seethaler: Ein ganzes Leben – geb. 17,90 € oder TB 11 € oder Stadtbücherei
  3. Katarzyna Gladysz: Ausgestorben. Bilderbuch – geb. 22 € oder Stadtbücherei
  4. Astrid Lindgren: Die Brüder Löwenherz – geb. 15 € oder Stadtbücherei
  5. Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch: Amerika – TB 10,99 € oder Stadtbücherei
  6. Hans Fallada: Wolf unter Wölfen – TB 14,99 € oder Stadtbücherei
  7. Karl Ove Knausgard: Sterben – TB 11 € oder Stadtbücherei

 

Von Michael Cöln (Archiv)

  1. Volker Kutscher: Der nasse Fisch – TB 12 € oder Stadtbücherei
  2. Nele Neuhaus: Wer Wind sät – TB 12 € oder Stadtbücherei
  3. Nick Hornby: Fever Pitch – TB 8,99 €
  4. Edgar Allan Poe: Gesammelte Werke – geb. 9,95 € oder Bücher in der Stadtbücherei
  5. Jules Verne: 20.000 Meilen unter dem Meer – TB 8,99 € oder Stadtbücherei
  6. Ferdinand von Schirach: Verbrechen – TB 10 € oder Stadtbücherei
  7. James Hawes: Die kürzeste Geschichte Deutschlands – TB 10 € oder Stadtbücherei
  8. Ken Follet: Löwen – TB 12 €
  9. Frank Schätzing: Tod und Teufel – TB 11 € oder Stadtbücherei

 

Von Barbara Hoevels (Stadtbücherei)

  1. Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse – geb. 22 € oder Stadtbücherei
  2. Juli Zeh: Unterleuten – geb. 24,99 € oder TB 12 € oder Stadtbücherei
  3. Matthias Brandt: Blackbird – geb. 22 € oder Stadtbücherei
  4. Sasa Stanisic: Herkunft – geb. 22 € oder Stadtbücherei
  5. Wolfram Fleischhauer: Das Meer – geb. 19,99 € oder TB 9,99 € oder Stadtbücherei
  6. Chimamanda Ngosi Adichie: Americanah – geb. 24,99 € oder TB 14 € oder Stadtbücherei
  7. Liza Spit: Und es schmilzt – geb. 22 € oder TB 12 € oder Stadtbücherei
  8. Zsuzsa Bank: Schlafen werden wir später – geb. 24 € oder TB 12 € oder Stadtbücherei

 

 

vom 11. Juni 2020


Kübra Gümüsay: Sprache und Sein
Die Autorin legt in ihrem Buch an zahlreichen Beispielen dar, wie Sprache unser Denken und unser Weltbild prägen und letztlich auch die Politik bestimmen. In einer Zeit zunehmend harter und oft hasserfüllter verbaler Auseinandersetzungen wird es immer wichtiger, auch über den täglichen Sprachgebrauch nachzudenken. Erst dann sind Veränderungen möglich, und man kann Sprache menschlicher und gerechter gebrauchen und somit auch der Vielfältigkeit des Lebens gerechter werden.
Dies ist eine Lektüre mit Erklärungen und Denkanstößen, die auch für das Alltagsleben große Bedeutung haben. Mich hat das Buch darin bestärkt, weiterhin konsequent und deutlich gegen Diskriminierung und Abwertung jeder Art einzutreten.
(Empfehlung von Lesefreund und Mentor Manfred Pfeil)


Mitch Alborn: Dienstags bei Morrie (Tuesdays with Morrie)
Der amerikanische Schriftsteller erzählt in diesem Buch von seinen wöchentlichen Treffen mit seinem ehemaligen Professor. Dieser ist sehr schwer krank und muss mit seinem baldigen Tod rechnen. Mitch meint, Morrie aufheitern und in seiner letzten Lebenszeit besonders unterstützen zu müssen. Tatsächlich erlebt er, dass der Professor immer noch derjenige ist, von dem er etwas fürs Leben lernen kann.
„Wenn du lernst zu sterben, lernst du auch zu leben“ – dies ist wohl die Kernaussage des Romans. Für mich ist dieses Buch eines, das man auch mehr als einmal lesen kann.
(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Hildegard Wilkes)

Ken Follett: Die Löwen
Eine Engländerin und ein Amerikaner begegnen sich während ihrer jeweiligen Einsätze im Hindukusch und werden trotz ihrer unterschiedlichen Aufgaben und Ziele ein Paar. Hineingezogen in den Strudel der politischen Schwierigkeiten und kriegerischen Auseinandersetzungen in Afghanistan wird ihre Beziehung auf die Probe gestellt.
Dieser Thriller hat alles, was eine Sommerlektüre braucht, und dem Autor ist es gelungen, einen realen Hintergrund als Schauplatz für eine äußerst spannende Geschichte zu nutzen.
(Empfehlung von Stadtarchivar Michael Cöln)

vom 28. Mai 2020

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Geschickt verwebt die Autorin in ihrem Roman drei Handlungsstränge über das Leben der Bienen durch Generationen. Sie erzählt von der Idee des Samenhändlers William im England des 19. Jahrhunderts für einen neuartigen Bienenstock, vom Imker Tom in Ohio im Jahr 2007, der vom Verschwinden der Bienen überrascht wird, und von der chinesischen Arbeiterin Tao im Jahr 2098, die Bäume von Hand bestäuben muss, weil es keine Bienen mehr gibt.

Maja Lunde zeigt die Verbindung der Menschen mit den Bienen über Jahrhunderte auf und macht dabei auf das nach wie vor aktuelle Thema des Bienensterbens aufmerksam. Mir hat besonders gefallen, dass sie die Charaktere der Menschen sehr anschaulich darstellt.

(Empfehlung von Lesementorin und Lese-Café Besucherin Ulla Lipp)

 

John Steinbeck: Früchte des Zorns

Staubstürme und Missernten, neue Agrartechniken und die wirtschaftliche Depression bringen die Landwirtschaft in Oklahoma in größte Bedrängnis und Tausende von Landarbeiten und Farmpächtern in den finanziellen Zusammenbruch. So machen sich zahllose Familien auf den Weg, um Arbeit auf kalifornischen Obstplantagen zu finden. Aber auch hier werden sie ausgenutzt und unterbezahlt und von Großgrundbesitzern und der Polizei unterdrückt. Klar und schonungslos beschreibt der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck den hoffnungsvollen Aufbruch, die Not und Verzweiflung der Menschen und deckt dabei die menschlichen Folgen von Gewinnsucht und Hartherzigkeit auf.

Der Autor hat das Buch im Jahr 1939 geschrieben und dafür den Pulitzer-Preis erhalten. Es ist fast erschreckend, wie aktuell es jetzt wieder ist, wenn über die Folgen der Corona-Krise für Millionen von Arbeiter*innen auf der ganzen Welt berichtet wird. Für mich ist das Buch ein zeitloser literarischer Appell an Solidarität und Menschlichkeit.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Zsuzsa Bank: Schlafen werden wir später

Zwei Frauen Anfang 40, Freundinnen seit klein auf, sind trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege eng verbunden. Marta lebt mit Mann und drei kleinen Kindern in einer deutschen Großstadt, ist eigentlich Schriftstellerin, aber ohne Zeit und Muße für ihre Arbeit. Johanna lebt alleine in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Sie ist Lehrerin und denkt viel zu oft an den Mann, von dem sie verlassen wurde. Beide Frauen stellen sich dieselben Fragen: Wo stehen sie in ihrem Leben, was war, was wird noch kommen? Wird noch etwas kommen? Etwas Anderes? Im intensiven Mail-Austausch berichten sie sich wechselseitig von ihren Ängsten und Träumen und ihrem Alltag, der so verschieden ist.

Ein wunderbarer Roman über das, was im Leben wichtig ist, voller Empathie für seine beiden Hauptfiguren.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

vom 21. Mai 2020

 Hanns-Josef Ortheil: Lo und Lu – Roman eines Vaters

Der Literaturprofessor und Schriftsteller arbeitet zu Hause und erlebt mit seinen Kindern Lotta und Lukas viel gemeinsame Zeit von ihrer Geburt bis zu ihrer Einschulung. Wie in allen seinen Büchern erweist sich der Autor auch im „Roman eines Vaters“ als genauer und intensiver Beobachter, der die Erlebnisse und Erfahrungen dieser Jahre liebevoll erzählt.

Lo und Lu – für mich der schönste seiner Texte.

(Empfehlung der Lesefreundin und Lese-Café Besucherin Edelgard Thiel)

 

David Ball: Nacht über dem Yangtse

Eine Gruppe Amerikaner ist nach China gereist um dort Babys zu adoptieren. Kurz bevor die Adoption rechtskräftig wird, fordert die chinesische Verwaltung die Babys jedoch zurück. Ein Ehepaar, zwei Frauen und ein mitgereister Junge verweigern sich dieser Anordnung und können mithilfe ihrer chinesischen Reiseleiterin heimlich ihre Unterkunft verlassen. Verfolgt von der Polizei und dem Geheimdienst beginnt für alle eine abenteuerliche und äußerst gefährliche Flucht durch China.  

Sehr schnell wird man in den Bann der spannenden Handlung und temporeichen Erzählung gezogen und fiebert mit den Protagonist*innen, ob und wie sie gerettet werden.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder

Im Dresdner Stadtteil Blasewitz führt Norbert Paulini über 40 Jahre lang bis zur Wende im Jahr 1989 sehr erfolgreich ein Antiquariat. Die Folgen der Wiedervereinigung, die Konkurrenz durch das Internet und nicht zuletzt private Verwicklungen verändern das Leben und die politischen Ansichten dieses Mannes radikal. Der Autor bietet den Leser*innen aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlich aufgebauten Textteilen Einblick in das Leben Paulinis von der Kindheit in der DDR bis zu seinem Tod.

Das Buch war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020. Ich habe es gerade gelesen und kann es unbedingt weiterempfehlen.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

 

vom 14. Mai 2020

Lutz Seiler: Stern 111

Die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland fällt, eine Zeit mit vielen Änderungen beginnt. Für das Ehepaar Bischoff ist dies die Gelegenheit ihre Heimat Thüringen zu verlassen und sich mit einer Reise in den Westen einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Ihr Sohn Carl zieht von Gera nach Berlin und erlebt dort eine aufregende erste Nachwendezeit. Doch die Suche nach einer glücklichen Veränderung ihres Lebens erweist sich für alle als schwierig.

Lutz Seiler hat für diesen Roman den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 erhalten. Sein Buch habe ich mit großem Interesse und Gewinn gelesen.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Gabriele Voß)

 

Dora Heldt: Drei Frauen am See

Jahrelang trafen sich vier Freundinnen einmal jährlich in einem Haus am See, wo sie als Kinder viele Stunden miteinander verbracht hatten. Nach einem Streit wurde die Regelmäßigkeit unterbrochen, und der Kontakt fand nur noch sporadisch statt. Dann stirbt eine der Frauen und bringt mit ihrem Testament die Überlebenden wieder zusammen.

Die unterschiedlichen Lebenswege, Einsichten und Erfahrungen der vier Frauen sind fesselnd erzählt und begeistern. Die Geschichte zeigt, wie Freundschaft auch über den Tod hinaus bleiben kann.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Jutta Mittwede)

 

 Dror Mishani: Drei

Dror Mishani lebt in Tel Aviv und hat in Insrael bereits eine große Fangemeinde für seine Kriminalromane. Nun ist „Drei“ kein richtiger Krimi, obwohl auch in diesem Buch gemordet wird. Als Leser*in weiß man früh, dass die drei Frauen, von denen die Geschichte handelt, aufpassen sollten, anstatt sich aus Sehnsucht nach Nähe oder Neugierde auf den Mann vor sich einzulassen.

Mishanis Figuren wirken glaubwürdig, die Spannung lässt nicht nach, und man hofft bis zum originellen Ende, dass alles vielleicht doch anders ausgeht als es müsste.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

 

vom 07. Mai 2020

Constanze Neumann: Der Himmel über Palermo

Im Jahr 1881 reist der Komponist Richard Wagner mit seiner Frau Cosima und ihrer Tochter aus erster Ehe, Blandine von Bülow, nach Palermo. Er sehnt sich nach Ruhe und will dort seine Oper „Parsifal“ beenden, während sich Frau und Stieftochter in das Gesellschaftsleben des sizilianischen Adels stürzen. Ob Blandine dort den Mann ihres Lebens findet?

Ein Buch, das von sorgenlosen Menschen und prachtvollen Festen in sonniger Landschaft handelt. Besonders gerne lese ich es vor dem Schlafengehen. Dann kann ich wunderbar abschalten und glücklich einschlafen.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Emma Kleps)

 

Malala Yousafzai: Ich bin Malala

In dem Buch erzählt das Mädchen Malala von ihrer Kindheit und Jugend in Pakistan, der Unterdrückung durch die Taliban, die den Mädchen jegliche Schulbildung vorenthalten wollen und dem Attentat der Terroristen auf sie. Auf dem Weg von der Schule nach Hause wurde die 15-jährige durch einen Kopfschuss getroffen und überlebte schwer verletzt. Mutig und unerschrocken setzt Malala sich dennoch anschließend für Bildung und Bildungsgerechtigkeit ein. Für Ihr Engagement erhielt sie im Jahr 2014 den Friedensnobelpreis.

Das Buch kann ich besonders für ältere Kinder und Jugendliche nur empfehlen, zeigt es doch, dass es sich lohnt, nie aufzugeben.

(Empfehlung von Lesementorin Waltraud Meyer-Gladbach)

 

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

Das Marschmädchen wird sie genannt. Kya ist 6 Jahre alt, als ihre Mutter die armselige Hütte im Marschland an der Küste North Carolinas verlässt – für immer. Sie lernt, sich durchzuschlagen, alleine mit einem gewalttätigen und trunksüchtigen Vater inmitten von Salzwiesen und Sandbänken. Als es einen Todesfall gibt, sind sich die Bewohner des nahen Küstenstädtchens einig: Schuld ist Kya.

Ein Roman voll wunderbarer Naturbeschreibungen und einer isolierten Kindheit. Das Buch schaffte es im letzten Jahr wochenlang auf die Bestsellerliste, was nicht unbedingt ein Grund ist, ihn zu lesen. Aber ihn nicht zu lesen, nur weil er es in diese Liste geschafft hat, wäre fatal! Eine wunderbare Geschichte, eine wunderbare Sprache, ein wunderbares Buch!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

 

vom 30. April

 Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

 Nach einem Unfall ist der Banker Will Traynor querschnittsgelähmt und sitzt seit zwei Jahren im Rollstuhl. Nun braucht er eine neue Pflegekraft und stellt die junge Lou Clark ein. Sie bringt mit ihrer positiven Grundhaltung und ihrem Optimismus wieder Lebensfreude in sein Dasein, und die beiden verlieben sich sogar ineinander.

 

Die Autorin erzählt eine Geschichte voller Gefühle zum Schmunzeln, Lachen und Trauern. Mit großer Anteilnahme begleitet man als Leser*in das Paar durch seine gemeinsame Zeit.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Jutta Mittwede)

 

 

Tilman Röhrig: Und morgen eine neue Welt

Der Hürther Autor, bekannt für seine historischen Romane, stellt diesmal Friedrich Engels in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Mit einer geschickten Mischung aus geschichtlicher Wahrheit und Fantasie bringt er den Leser*innen den Fabrikanten, Gelehrten und einen der Vordenker des Kommunismus nahe. Dabei ist nicht nur Engels Zusammenarbeit mit Karl Marx von Bedeutung, vielmehr sind es auch die Frauen beider Männer.

Wie immer begeistert mich die Erzählweise von Tilman Röhrig. So wird Geschichte lebendig, mitreißend und verständlich dargestellt.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

 

Hanns-Josef Ortheil: Liebesnähe

Ein Mann und eine Frau treffen sich zufällig in einem Hotel im Alpenvorland. Von Anfang an fühlen sie sich stark zueinander hingezogen, finden aber zunächst keine Worte für- und miteinander. Dennoch entwickelt sich durch Blicken, Gesten und Geschriebenes eine Kommunikation zwischen Beiden, und es entsteht eine „Liebesnähe“.

Ich war gespannt darauf, wie ein Schriftsteller mit seiner Biografie einen „Liebesroman“ schreibt. Und ich war sehr überrascht und begeistert.

(Empfehlung von Lesementorin und Kassenführerin der Lesefreunde Johanna Hartlaub)

 

 

vom 23. April 2020

 Michelle Obama: Becoming, Meine Geschichte

Wer kennt sie nicht – die kluge, warmherzige und elegante Frau des früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Aber sie war mehr als nur die First Lady an der Seite ihres Mannes. In dieser Autobiographie erzählt sie offen positive über Erlebnisse und Erfahrungen, spart aber auch Schwierigkeiten nicht aus. Sie macht insbesondere Frauen Mut, unbeirrt und selbstbewusst das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten.

Auch nach ihrer Zeit als Präsidentengattin hat Michelle Obama noch viel zu sagen. Ein anregendes Buch einer interessanten Frau – nicht nur für Frauen.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

Isabel Bogdan: Der Pfau

Eine Gruppe Londoner Banker verbringt zusammen mit einer Psychologin und eigener Köchin das Wochenende auf einem Landsitz in den schottischen Highlands. Sie wollen die gemeinsame Zeit zu teambildenden Maßnahmen nutzen. Aber alles verläuft anders als geplant. Dies liegt vor allem an einem verrückt gewordenen Pfau und einem äußerst pragmatischen Hausherrn.

Es ist ein wunderbarer Unterhaltungsroman. Die Charaktere sind so detailliert und realistisch gezeichnet, dass die Leser*innen sie vor dem inneren Auge agieren sieht. Dabei spürt man förmlich das Zwinkern im Augenwinkel der Erzählerin, ohne dass ihr Ton ins Alberne oder Lächerliche abfällt.

(Empfehlung der Lesefreundin und Lesementorin Gabriele Remke)

 

Antoine de Saint Exupéry: Der kleine Prinz

Obwohl bereits im Jahr 1943 erschienen, ist dieses Buch zeitlos und immer aktuell. In einfacher und verständlicher Sprache ist der Text dennoch tiefgründig und voller Lebensweisheit. Die erzählte Freundschaft zwischen dem notgelandeten Flugzeugpiloten in der Wüste und seinem Retter, dem kleinen Prinzen, wird durch die Bilder des Autors einprägsam begleitet.

Gerade in Zeiten der Verunsicherung kann diese Geschichte wieder einmal aufzeigen, wie wichtig Zuversicht, Vertrauen und die innere Verbundenheit zwischen Menschen ist. Dies ist ein Buch zum (wiederholten) Selberlesen, aber auch zum Vorlesen und als Anlass für Gespräche.

(Empfehlung von Lesementorin Helge Kau)

 

 

vom 16. April 2020

 Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens

Ein überbehütendes Elternpaar, das im Zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach vier Söhne verloren hatte, ein Nachgeborener, der seine ersten Lebensjahre sprachlos zwischen seiner durch Trauer verstummten Mutter und seinem liebevollen Vater verbringt – das ist die Kindheit von Hanns-Josef Ortheil in Köln. Der Autor weckt in seinem autobiographischen Roman von Anfang an großes Interesse, ihn auf seinem Weg aus dieser Enge in die Welt der Sprache und des Erwachsenseins zu begleiten.

Mit dieser Erzählung begann für mich meine Liebe zu den Büchern von Hanns-Josef Ortheil.

(Empfehlung von Lesementorin und Kassenführerin der Lesefreunde Johanna Hartlaub)

 

 

Cynthia D`Aprix Sweeny: Das Nest

 Die Mittvierziger Melody, Jack, Beo und Leo leben in der Gewissheit, dass sie alle nach einer Verfügung ihres verstorbenen Vaters einmal viel Geld erben werden. Dies ist ihre einzige noch bestehende geschwisterliche Verbindung und führt sie zusammen, als alle in der Finanzkrise das Geld dringend brauchen. Doch ihre Mutter hat das Geld bereits anderweitig ausgegeben. So unfreiwillig vereint, müssen sich die Vier mit ihrer Vergangenheit und ihren Gefühlen auseinandersetzen. Ebenso verbindet die Geschwister die Notwendigkeit, neues Geld aufzutreiben.

Ein lebendig erzählter Familienroman, dessen Geschichte wieder einmal beweist, dass Geld nicht glücklich macht.

 (Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

 

 

Horst Wolfram Geißler: Alles kommt zu seiner Zeit (von 1953) und

                                              Königinnen sind so selten (von 1963)

 Geißler war ein Vielschreiber hat über 40 Romane veröffentlicht und ist vor allen mit seinem Buch „Der liebe Augustin“ berühmt geworden. In seinen Werken stecken Weisheit und Lebenserfahrung. Leider ist er zurzeit etwas in Vergessenheit geraten, aber vielleicht haben Sie Glück und entdecken eines seiner Bücher antiquarisch.

Der Autor bietet im besten Sinne altmodischen und romantischen Lesestoff für Zeiten, in denen die Seele auf „halbmast“ geflaggt ist. Gemütlich im Bett oder auf der Couch mit einer Kanne Tee kann man in einer vielleicht gar nicht existenten Welt neue Kraft schöpfen.

 (Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Marianne König-Kohlstadt)

vom 09. April 2020

Ernest van der Kwast: Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Die Liebesgeschichte zwischen Ezio und Giovanna beginnt 1945 in Apulien am Strand von Lecce, endet jedoch aufgrund von Giovannas Freiheitsdrang rasch wieder. Über sechs Jahrzehnte sehnt sich Ezio nach seiner ersten und einzigen großen Liebe, die ein bewegtes Leben führt. Dann erhält er einen Brief von Giovanna.

Dies ist ein kleines Buch über eine große nichterfüllte Liebe.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

Jung Chang: Wilde Schwäne

Die chinesisch stämmige Schriftstellerin Jung Chang erzählt in diesem autobiographischen Roman vom Leben einer Familie in China. Sie spannt dabei den Bogen über drei Generationen von der Kaiserzeit über die Herrschaft Maos bis in das Ende des 20. Jahrhunderts. Die jeweiligen Schicksale ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihr eigenes Leben stehen beispielhaft für die Erlebnisse und Erfahrungen Millionen anderer Menschen in diesem Land.

Das Buch ist sehr spannend, und man erhält Einsicht in Leben, Kultur und Denken in China.

(Empfehlung von Lesefreund Andreas Schulten)

 

Das große Buch der Fünf-Minuten-Geschichten

Dies ist ein Buch mit kurzen Texten für alle, die gerne vorlesen. Zum Glück geht dies auch ohne Körperkontakt, z.B. am Telefon oder per Skype. Ganz sicher freuen sich Ihre Kinder oder Enkelkinder oder Ihre Lesekinder darüber.

Dies Buch ist eine aufregende Geschichtensammlung und steckt voller zauberhafter und lustiger Gestalten, deren Abenteuer jedes Kind begeistern.

(Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

 

 

vom 02. April 2020

Kieran Larwood: Podkin Einohr, Band 1 – Der magische Dolch

Die Erzählung eines Barden für die Leser*innen tief in die Erde in einen Kaninchenbau. Eines Tages werden alle Tiere, die dort leben von einem feindlichen Stamm überfallen. Nur Podkin und seine beiden Geschwister können entkommen. Ihre Aufgabe ist es nun, die Kaninchenheit zu retten. Welche Abenteuer müssen sie bestehen, und wird es ihnen gelingen?

Das Buch war nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019.

Ein sehr inspirierendes Buch über die Tapferkeit der Kleinen und die Macht des Zusammenhaltens

(Empfehlung von Lesementorin Birgit Anders)

 

Ulrich Schnabel: Zuversicht

Der Wissenschaftsjournalist und Autor von Sachbüchern Ulrich Schnabel schreibt in diesem Buch über Menschen, die auch unter schwierigen Lebensbedingungen ihren Lebensmut nicht verloren haben, wie z.B. der Physiker Stephen Hawking. Ulrich Schnabel stellt darüber hinaus Erkenntnisse und Ratschläge von Wissenschaftler*innen vor, wie Menschen auch in ernsten Lagen einer Gefahr trotzen und Handlungsspielräume für sich nutzen können.

Das Buch macht Mut, aus dem was ist, Kraft zu entwickeln und seine Situation selbst in die Hand zu nehmen, auch wenn nicht alles gut wird. Es gibt mir wirklich Zuversicht.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

Fabio Geda: Der Sommer am Ende des Jahrhunderts

Eines Tages erhält der Vater des 12-jährigen Zeno eine lebensbedrohliche Diagnose. Obwohl er ihn noch gar nicht kennt, muss der Junge nun den Sommer bei seinem Großvater in Norditalien verbringen. Nur widerwillig nimmt dieser seinen Enkel auf, dennoch gelingt über die Zeit eine Annäherung zwischen den beiden Personen.

Ein Buch über die Bande zwischen Generationen und die heilende Kraft der Erinnerung.

 (Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

 

 

Unsere Lesetipps vom 27.03.2020

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

„Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.“

So liest sich die Kurzbeschreibung über diesen Roman, dessen Handlung in einem kleinen Fischerdorf in Cornwall beginnt. Dort wird eines Tages ein junger Mann vom Meer angespült, dann strandet ein Wal, und Sonderbares entwickelt sich.

Jetzt, mitten in der Corona-Krise, ist es fast ein wenig unheimlich, wie aktuell die globale Krise im Roman beschrieben wird: der schnelle Zusammenbruch von allem, was wir als normal betrachten, aber auch der Zusammenhalt des Dorfes, die menschliche Nähe und gegenseitige Nachbarschaftshilfe. Vieles, von dem was ich beim Lesen dachte, dass dies vielleicht ein wenig unrealistisch und zu optimistisch geschrieben ist. Heute denke ich: Hoffentlich ist es weder das eine noch das andere!

(Empfehlung von Barbara Hoevels)

Isabel Allende: Dieser weite Weg

Dies ist ein Roman über den spanischen Bürgerkrieg und das Leben katalanischer Familien, die wegen des Sieges der Faschisten nach Südamerika fliehen und sich in Chile eine neue Existenz aufbauen.

Isabel Allende ist es auch in diesem Buch gelungen, einen historischen Hintergrund mit vielen faszinierenden Persönlichkeiten zu beleben. Ihre wunderbare Erzählweise und Sprache hat mich wieder begeistert.

(Empfehlung von Margret Schaaf)

Gabriel García Márquez: Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Schon vor über 30 Jahren erschienen, ist dies immer noch eine zeitlose Geschichte über die Liebe. Als Achtzehnjähriger verliebt sich Florentino Ariza in die schöne Fermina Daza. Sie aber heiratet trotz seiner romantischen Werbung einen Arzt. Florentino hört nie auf, sie zu lieben und muss fast 52 Jahre warten, bis als Witwe mit ihm ein gemeinsames Leben beginnt.

Gerade in diesen Zeiten, wo wir unser Leben nicht so problemlos bestimmen können, wie wir uns das einmal vorgestellt haben, wo wir uns in Geduld, Zuversicht und Hoffnung üben müssen, lohnt es sich, dieses Buch noch einmal zu lesen. Márquez trägt uns mit seiner Erzählweise mühelos durch ein halbes Jahrzehnt Wartezeit seiner Protagonisten. Für mich ist eine der schönsten Liebesgeschichte der Literatur.

 (Empfehlung von Ulla Buse)