Unsere Lesetipps

vom 28. Mai 2020

Maja Lunde: Die Geschichte der Bienen

Geschickt verwebt die Autorin in ihrem Roman drei Handlungsstränge über das Leben der Bienen durch Generationen. Sie erzählt von der Idee des Samenhändlers William im England des 19. Jahrhunderts für einen neuartigen Bienenstock, vom Imker Tom in Ohio im Jahr 2007, der vom Verschwinden der Bienen überrascht wird, und von der chinesischen Arbeiterin Tao im Jahr 2098, die Bäume von Hand bestäuben muss, weil es keine Bienen mehr gibt.

Maja Lunde zeigt die Verbindung der Menschen mit den Bienen über Jahrhunderte auf und macht dabei auf das nach wie vor aktuelle Thema des Bienensterbens aufmerksam. Mir hat besonders gefallen, dass sie die Charaktere der Menschen sehr anschaulich darstellt.

(Empfehlung von Lesementorin und Lese-Café Besucherin Ulla Lipp)

 

John Steinbeck: Früchte des Zorns

Staubstürme und Missernten, neue Agrartechniken und die wirtschaftliche Depression bringen die Landwirtschaft in Oklahoma in größte Bedrängnis und Tausende von Landarbeiten und Farmpächtern in den finanziellen Zusammenbruch. So machen sich zahllose Familien auf den Weg, um Arbeit auf kalifornischen Obstplantagen zu finden. Aber auch hier werden sie ausgenutzt und unterbezahlt und von Großgrundbesitzern und der Polizei unterdrückt. Klar und schonungslos beschreibt der Literaturnobelpreisträger John Steinbeck den hoffnungsvollen Aufbruch, die Not und Verzweiflung der Menschen und deckt dabei die menschlichen Folgen von Gewinnsucht und Hartherzigkeit auf.

Der Autor hat das Buch im Jahr 1939 geschrieben und dafür den Pulitzer-Preis erhalten. Es ist fast erschreckend, wie aktuell es jetzt wieder ist, wenn über die Folgen der Corona-Krise für Millionen von Arbeiter*innen auf der ganzen Welt berichtet wird. Für mich ist das Buch ein zeitloser literarischer Appell an Solidarität und Menschlichkeit.

(Empfehlung von Ulla Buse, Vorsitzende der Lesefreunde)

 

Zsuzsa Bank: Schlafen werden wir später

Zwei Frauen Anfang 40, Freundinnen seit klein auf, sind trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswege eng verbunden. Marta lebt mit Mann und drei kleinen Kindern in einer deutschen Großstadt, ist eigentlich Schriftstellerin, aber ohne Zeit und Muße für ihre Arbeit. Johanna lebt alleine in einem kleinen Ort im Schwarzwald. Sie ist Lehrerin und denkt viel zu oft an den Mann, von dem sie verlassen wurde. Beide Frauen stellen sich dieselben Fragen: Wo stehen sie in ihrem Leben, was war, was wird noch kommen? Wird noch etwas kommen? Etwas Anderes? Im intensiven Mail-Austausch berichten sie sich wechselseitig von ihren Ängsten und Träumen und ihrem Alltag, der so verschieden ist.

Ein wunderbarer Roman über das, was im Leben wichtig ist, voller Empathie für seine beiden Hauptfiguren.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

vom 21. Mai 2020

 Hanns-Josef Ortheil: Lo und Lu – Roman eines Vaters

Der Literaturprofessor und Schriftsteller arbeitet zu Hause und erlebt mit seinen Kindern Lotta und Lukas viel gemeinsame Zeit von ihrer Geburt bis zu ihrer Einschulung. Wie in allen seinen Büchern erweist sich der Autor auch im „Roman eines Vaters“ als genauer und intensiver Beobachter, der die Erlebnisse und Erfahrungen dieser Jahre liebevoll erzählt.

Lo und Lu – für mich der schönste seiner Texte.

(Empfehlung der Lesefreundin und Lese-Café Besucherin Edelgard Thiel)

 

David Ball: Nacht über dem Yangtse

Eine Gruppe Amerikaner ist nach China gereist um dort Babys zu adoptieren. Kurz bevor die Adoption rechtskräftig wird, fordert die chinesische Verwaltung die Babys jedoch zurück. Ein Ehepaar, zwei Frauen und ein mitgereister Junge verweigern sich dieser Anordnung und können mithilfe ihrer chinesischen Reiseleiterin heimlich ihre Unterkunft verlassen. Verfolgt von der Polizei und dem Geheimdienst beginnt für alle eine abenteuerliche und äußerst gefährliche Flucht durch China.  

Sehr schnell wird man in den Bann der spannenden Handlung und temporeichen Erzählung gezogen und fiebert mit den Protagonist*innen, ob und wie sie gerettet werden.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

Ingo Schulze: Die rechtschaffenen Mörder

Im Dresdner Stadtteil Blasewitz führt Norbert Paulini über 40 Jahre lang bis zur Wende im Jahr 1989 sehr erfolgreich ein Antiquariat. Die Folgen der Wiedervereinigung, die Konkurrenz durch das Internet und nicht zuletzt private Verwicklungen verändern das Leben und die politischen Ansichten dieses Mannes radikal. Der Autor bietet den Leser*innen aus verschiedenen Blickwinkeln und mit unterschiedlich aufgebauten Textteilen Einblick in das Leben Paulinis von der Kindheit in der DDR bis zu seinem Tod.

Das Buch war nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2020. Ich habe es gerade gelesen und kann es unbedingt weiterempfehlen.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

 

vom 14. Mai 2020

Lutz Seiler: Stern 111

Die Mauer zwischen Ost- und Westdeutschland fällt, eine Zeit mit vielen Änderungen beginnt. Für das Ehepaar Bischoff ist dies die Gelegenheit ihre Heimat Thüringen zu verlassen und sich mit einer Reise in den Westen einen lang gehegten Traum zu erfüllen. Ihr Sohn Carl zieht von Gera nach Berlin und erlebt dort eine aufregende erste Nachwendezeit. Doch die Suche nach einer glücklichen Veränderung ihres Lebens erweist sich für alle als schwierig.

Lutz Seiler hat für diesen Roman den Preis der Leipziger Buchmesse 2020 erhalten. Sein Buch habe ich mit großem Interesse und Gewinn gelesen.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Gabriele Voß)

 

Dora Heldt: Drei Frauen am See

Jahrelang trafen sich vier Freundinnen einmal jährlich in einem Haus am See, wo sie als Kinder viele Stunden miteinander verbracht hatten. Nach einem Streit wurde die Regelmäßigkeit unterbrochen, und der Kontakt fand nur noch sporadisch statt. Dann stirbt eine der Frauen und bringt mit ihrem Testament die Überlebenden wieder zusammen.

Die unterschiedlichen Lebenswege, Einsichten und Erfahrungen der vier Frauen sind fesselnd erzählt und begeistern. Die Geschichte zeigt, wie Freundschaft auch über den Tod hinaus bleiben kann.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Jutta Mittwede)

 

 Dror Mishani: Drei

Dror Mishani lebt in Tel Aviv und hat in Insrael bereits eine große Fangemeinde für seine Kriminalromane. Nun ist „Drei“ kein richtiger Krimi, obwohl auch in diesem Buch gemordet wird. Als Leser*in weiß man früh, dass die drei Frauen, von denen die Geschichte handelt, aufpassen sollten, anstatt sich aus Sehnsucht nach Nähe oder Neugierde auf den Mann vor sich einzulassen.

Mishanis Figuren wirken glaubwürdig, die Spannung lässt nicht nach, und man hofft bis zum originellen Ende, dass alles vielleicht doch anders ausgeht als es müsste.

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

 

vom 07. Mai 2020

Constanze Neumann: Der Himmel über Palermo

Im Jahr 1881 reist der Komponist Richard Wagner mit seiner Frau Cosima und ihrer Tochter aus erster Ehe, Blandine von Bülow, nach Palermo. Er sehnt sich nach Ruhe und will dort seine Oper „Parsifal“ beenden, während sich Frau und Stieftochter in das Gesellschaftsleben des sizilianischen Adels stürzen. Ob Blandine dort den Mann ihres Lebens findet?

Ein Buch, das von sorgenlosen Menschen und prachtvollen Festen in sonniger Landschaft handelt. Besonders gerne lese ich es vor dem Schlafengehen. Dann kann ich wunderbar abschalten und glücklich einschlafen.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Emma Kleps)

 

Malala Yousafzai: Ich bin Malala

In dem Buch erzählt das Mädchen Malala von ihrer Kindheit und Jugend in Pakistan, der Unterdrückung durch die Taliban, die den Mädchen jegliche Schulbildung vorenthalten wollen und dem Attentat der Terroristen auf sie. Auf dem Weg von der Schule nach Hause wurde die 15-jährige durch einen Kopfschuss getroffen und überlebte schwer verletzt. Mutig und unerschrocken setzt Malala sich dennoch anschließend für Bildung und Bildungsgerechtigkeit ein. Für Ihr Engagement erhielt sie im Jahr 2014 den Friedensnobelpreis.

Das Buch kann ich besonders für ältere Kinder und Jugendliche nur empfehlen, zeigt es doch, dass es sich lohnt, nie aufzugeben.

(Empfehlung von Lesementorin Waltraud Meyer-Gladbach)

 

Delia Owens: Der Gesang der Flusskrebse

Das Marschmädchen wird sie genannt. Kya ist 6 Jahre alt, als ihre Mutter die armselige Hütte im Marschland an der Küste North Carolinas verlässt – für immer. Sie lernt, sich durchzuschlagen, alleine mit einem gewalttätigen und trunksüchtigen Vater inmitten von Salzwiesen und Sandbänken. Als es einen Todesfall gibt, sind sich die Bewohner des nahen Küstenstädtchens einig: Schuld ist Kya.

Ein Roman voll wunderbarer Naturbeschreibungen und einer isolierten Kindheit. Das Buch schaffte es im letzten Jahr wochenlang auf die Bestsellerliste, was nicht unbedingt ein Grund ist, ihn zu lesen. Aber ihn nicht zu lesen, nur weil er es in diese Liste geschafft hat, wäre fatal! Eine wunderbare Geschichte, eine wunderbare Sprache, ein wunderbares Buch!

(Empfehlung von Barbara Hoevels, Leiterin der Stadtbücherei)

 

 

 

vom 30. April

 Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

 Nach einem Unfall ist der Banker Will Traynor querschnittsgelähmt und sitzt seit zwei Jahren im Rollstuhl. Nun braucht er eine neue Pflegekraft und stellt die junge Lou Clark ein. Sie bringt mit ihrer positiven Grundhaltung und ihrem Optimismus wieder Lebensfreude in sein Dasein, und die beiden verlieben sich sogar ineinander.

 

Die Autorin erzählt eine Geschichte voller Gefühle zum Schmunzeln, Lachen und Trauern. Mit großer Anteilnahme begleitet man als Leser*in das Paar durch seine gemeinsame Zeit.

(Empfehlung von Lese-Café Besucherin Jutta Mittwede)

 

 

Tilman Röhrig: Und morgen eine neue Welt

Der Hürther Autor, bekannt für seine historischen Romane, stellt diesmal Friedrich Engels in den Mittelpunkt seiner Erzählung. Mit einer geschickten Mischung aus geschichtlicher Wahrheit und Fantasie bringt er den Leser*innen den Fabrikanten, Gelehrten und einen der Vordenker des Kommunismus nahe. Dabei ist nicht nur Engels Zusammenarbeit mit Karl Marx von Bedeutung, vielmehr sind es auch die Frauen beider Männer.

Wie immer begeistert mich die Erzählweise von Tilman Röhrig. So wird Geschichte lebendig, mitreißend und verständlich dargestellt.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

 

Hanns-Josef Ortheil: Liebesnähe

Ein Mann und eine Frau treffen sich zufällig in einem Hotel im Alpenvorland. Von Anfang an fühlen sie sich stark zueinander hingezogen, finden aber zunächst keine Worte für- und miteinander. Dennoch entwickelt sich durch Blicken, Gesten und Geschriebenes eine Kommunikation zwischen Beiden, und es entsteht eine „Liebesnähe“.

Ich war gespannt darauf, wie ein Schriftsteller mit seiner Biografie einen „Liebesroman“ schreibt. Und ich war sehr überrascht und begeistert.

(Empfehlung von Lesementorin und Kassenführerin der Lesefreunde Johanna Hartlaub)

 

 

vom 23. April 2020

 Michelle Obama: Becoming, Meine Geschichte

Wer kennt sie nicht – die kluge, warmherzige und elegante Frau des früheren amerikanischen Präsidenten Barack Obama. Aber sie war mehr als nur die First Lady an der Seite ihres Mannes. In dieser Autobiographie erzählt sie offen positive über Erlebnisse und Erfahrungen, spart aber auch Schwierigkeiten nicht aus. Sie macht insbesondere Frauen Mut, unbeirrt und selbstbewusst das eigene Leben in die Hand zu nehmen und zu gestalten.

Auch nach ihrer Zeit als Präsidentengattin hat Michelle Obama noch viel zu sagen. Ein anregendes Buch einer interessanten Frau – nicht nur für Frauen.

(Empfehlung von Lese-Café- Teilnehmerin Roswitha Wilmer)

Frau Wilmer leiht das Buch auch gerne aus. Sie können sie erreichen unter 02233/46789 oder roswil13@gmail.com

 

Isabel Bogdan: Der Pfau

Eine Gruppe Londoner Banker verbringt zusammen mit einer Psychologin und eigener Köchin das Wochenende auf einem Landsitz in den schottischen Highlands. Sie wollen die gemeinsame Zeit zu teambildenden Maßnahmen nutzen. Aber alles verläuft anders als geplant. Dies liegt vor allem an einem verrückt gewordenen Pfau und einem äußerst pragmatischen Hausherrn.

Es ist ein wunderbarer Unterhaltungsroman. Die Charaktere sind so detailliert und realistisch gezeichnet, dass die Leser*innen sie vor dem inneren Auge agieren sieht. Dabei spürt man förmlich das Zwinkern im Augenwinkel der Erzählerin, ohne dass ihr Ton ins Alberne oder Lächerliche abfällt.

(Empfehlung der Lesefreundin und Lesementorin Gabriele Remke)

 

Antoine de Saint Exupéry: Der kleine Prinz

Obwohl bereits im Jahr 1943 erschienen, ist dieses Buch zeitlos und immer aktuell. In einfacher und verständlicher Sprache ist der Text dennoch tiefgründig und voller Lebensweisheit. Die erzählte Freundschaft zwischen dem notgelandeten Flugzeugpiloten in der Wüste und seinem Retter, dem kleinen Prinzen, wird durch die Bilder des Autors einprägsam begleitet.

Gerade in Zeiten der Verunsicherung kann diese Geschichte wieder einmal aufzeigen, wie wichtig Zuversicht, Vertrauen und die innere Verbundenheit zwischen Menschen ist. Dies ist ein Buch zum (wiederholten) Selberlesen, aber auch zum Vorlesen und als Anlass für Gespräche.

(Empfehlung von Lesementorin Helge Kau)

 

 

vom 16. April 2020

 Hanns-Josef Ortheil: Die Erfindung des Lebens

Ein überbehütendes Elternpaar, das im Zweiten Weltkrieg und in den Jahren danach vier Söhne verloren hatte, ein Nachgeborener, der seine ersten Lebensjahre sprachlos zwischen seiner durch Trauer verstummten Mutter und seinem liebevollen Vater verbringt – das ist die Kindheit von Hanns-Josef Ortheil in Köln. Der Autor weckt in seinem autobiographischen Roman von Anfang an großes Interesse, ihn auf seinem Weg aus dieser Enge in die Welt der Sprache und des Erwachsenseins zu begleiten.

Mit dieser Erzählung begann für mich meine Liebe zu den Büchern von Hanns-Josef Ortheil.

(Empfehlung von Lesementorin und Kassenführerin der Lesefreunde Johanna Hartlaub)

 

 

Cynthia D`Aprix Sweeny: Das Nest

 Die Mittvierziger Melody, Jack, Beo und Leo leben in der Gewissheit, dass sie alle nach einer Verfügung ihres verstorbenen Vaters einmal viel Geld erben werden. Dies ist ihre einzige noch bestehende geschwisterliche Verbindung und führt sie zusammen, als alle in der Finanzkrise das Geld dringend brauchen. Doch ihre Mutter hat das Geld bereits anderweitig ausgegeben. So unfreiwillig vereint, müssen sich die Vier mit ihrer Vergangenheit und ihren Gefühlen auseinandersetzen. Ebenso verbindet die Geschwister die Notwendigkeit, neues Geld aufzutreiben.

Ein lebendig erzählter Familienroman, dessen Geschichte wieder einmal beweist, dass Geld nicht glücklich macht.

 (Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

 

 

Horst Wolfram Geißler: Alles kommt zu seiner Zeit (von 1953) und

                                              Königinnen sind so selten (von 1963)

 Geißler war ein Vielschreiber hat über 40 Romane veröffentlicht und ist vor allen mit seinem Buch „Der liebe Augustin“ berühmt geworden. In seinen Werken stecken Weisheit und Lebenserfahrung. Leider ist er zurzeit etwas in Vergessenheit geraten, aber vielleicht haben Sie Glück und entdecken eines seiner Bücher antiquarisch.

Der Autor bietet im besten Sinne altmodischen und romantischen Lesestoff für Zeiten, in denen die Seele auf „halbmast“ geflaggt ist. Gemütlich im Bett oder auf der Couch mit einer Kanne Tee kann man in einer vielleicht gar nicht existenten Welt neue Kraft schöpfen.

 (Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Marianne König-Kohlstadt)

vom 09. April 2020

Ernest van der Kwast: Fünf Viertelstunden bis zum Meer

Die Liebesgeschichte zwischen Ezio und Giovanna beginnt 1945 in Apulien am Strand von Lecce, endet jedoch aufgrund von Giovannas Freiheitsdrang rasch wieder. Über sechs Jahrzehnte sehnt sich Ezio nach seiner ersten und einzigen großen Liebe, die ein bewegtes Leben führt. Dann erhält er einen Brief von Giovanna.

Dies ist ein kleines Buch über eine große nichterfüllte Liebe.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

Jung Chang: Wilde Schwäne

Die chinesisch stämmige Schriftstellerin Jung Chang erzählt in diesem autobiographischen Roman vom Leben einer Familie in China. Sie spannt dabei den Bogen über drei Generationen von der Kaiserzeit über die Herrschaft Maos bis in das Ende des 20. Jahrhunderts. Die jeweiligen Schicksale ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihr eigenes Leben stehen beispielhaft für die Erlebnisse und Erfahrungen Millionen anderer Menschen in diesem Land.

Das Buch ist sehr spannend, und man erhält Einsicht in Leben, Kultur und Denken in China.

(Empfehlung von Lesefreund Andreas Schulten)

 

Das große Buch der Fünf-Minuten-Geschichten

Dies ist ein Buch mit kurzen Texten für alle, die gerne vorlesen. Zum Glück geht dies auch ohne Körperkontakt, z.B. am Telefon oder per Skype. Ganz sicher freuen sich Ihre Kinder oder Enkelkinder oder Ihre Lesekinder darüber.

Dies Buch ist eine aufregende Geschichtensammlung und steckt voller zauberhafter und lustiger Gestalten, deren Abenteuer jedes Kind begeistern.

(Empfehlung von Lesementorin Brigitte Worms)

 

 

vom 02. April 2020

Kieran Larwood: Podkin Einohr, Band 1 – Der magische Dolch

Die Erzählung eines Barden für die Leser*innen tief in die Erde in einen Kaninchenbau. Eines Tages werden alle Tiere, die dort leben von einem feindlichen Stamm überfallen. Nur Podkin und seine beiden Geschwister können entkommen. Ihre Aufgabe ist es nun, die Kaninchenheit zu retten. Welche Abenteuer müssen sie bestehen, und wird es ihnen gelingen?

Das Buch war nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2019.

Ein sehr inspirierendes Buch über die Tapferkeit der Kleinen und die Macht des Zusammenhaltens

(Empfehlung von Lesementorin Birgit Anders)

 

Ulrich Schnabel: Zuversicht

Der Wissenschaftsjournalist und Autor von Sachbüchern Ulrich Schnabel schreibt in diesem Buch über Menschen, die auch unter schwierigen Lebensbedingungen ihren Lebensmut nicht verloren haben, wie z.B. der Physiker Stephen Hawking. Ulrich Schnabel stellt darüber hinaus Erkenntnisse und Ratschläge von Wissenschaftler*innen vor, wie Menschen auch in ernsten Lagen einer Gefahr trotzen und Handlungsspielräume für sich nutzen können.

Das Buch macht Mut, aus dem was ist, Kraft zu entwickeln und seine Situation selbst in die Hand zu nehmen, auch wenn nicht alles gut wird. Es gibt mir wirklich Zuversicht.

(Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Irene Grentz)

 

Fabio Geda: Der Sommer am Ende des Jahrhunderts

Eines Tages erhält der Vater des 12-jährigen Zeno eine lebensbedrohliche Diagnose. Obwohl er ihn noch gar nicht kennt, muss der Junge nun den Sommer bei seinem Großvater in Norditalien verbringen. Nur widerwillig nimmt dieser seinen Enkel auf, dennoch gelingt über die Zeit eine Annäherung zwischen den beiden Personen.

Ein Buch über die Bande zwischen Generationen und die heilende Kraft der Erinnerung.

 (Empfehlung von Lesefreundin und Lesementorin Gerti Asbach)

 

 

 

Unsere Lesetipps vom 27.03.2020

John Ironmonger: Der Wal und das Ende der Welt

„Ein kleines Dorf. Eine Epidemie und eine globale Krise. Und eine große Geschichte über die Menschlichkeit.“

So liest sich die Kurzbeschreibung über diesen Roman, dessen Handlung in einem kleinen Fischerdorf in Cornwall beginnt. Dort wird eines Tages ein junger Mann vom Meer angespült, dann strandet ein Wal, und Sonderbares entwickelt sich.

Jetzt, mitten in der Corona-Krise, ist es fast ein wenig unheimlich, wie aktuell die globale Krise im Roman beschrieben wird: der schnelle Zusammenbruch von allem, was wir als normal betrachten, aber auch der Zusammenhalt des Dorfes, die menschliche Nähe und gegenseitige Nachbarschaftshilfe. Vieles, von dem was ich beim Lesen dachte, dass dies vielleicht ein wenig unrealistisch und zu optimistisch geschrieben ist. Heute denke ich: Hoffentlich ist es weder das eine noch das andere!

(Empfehlung von Barbara Hoevels)

Isabel Allende: Dieser weite Weg

Dies ist ein Roman über den spanischen Bürgerkrieg und das Leben katalanischer Familien, die wegen des Sieges der Faschisten nach Südamerika fliehen und sich in Chile eine neue Existenz aufbauen.

Isabel Allende ist es auch in diesem Buch gelungen, einen historischen Hintergrund mit vielen faszinierenden Persönlichkeiten zu beleben. Ihre wunderbare Erzählweise und Sprache hat mich wieder begeistert.

(Empfehlung von Margret Schaaf)

Gabriel García Márquez: Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Schon vor über 30 Jahren erschienen, ist dies immer noch eine zeitlose Geschichte über die Liebe. Als Achtzehnjähriger verliebt sich Florentino Ariza in die schöne Fermina Daza. Sie aber heiratet trotz seiner romantischen Werbung einen Arzt. Florentino hört nie auf, sie zu lieben und muss fast 52 Jahre warten, bis als Witwe mit ihm ein gemeinsames Leben beginnt.

Gerade in diesen Zeiten, wo wir unser Leben nicht so problemlos bestimmen können, wie wir uns das einmal vorgestellt haben, wo wir uns in Geduld, Zuversicht und Hoffnung üben müssen, lohnt es sich, dieses Buch noch einmal zu lesen. Márquez trägt uns mit seiner Erzählweise mühelos durch ein halbes Jahrzehnt Wartezeit seiner Protagonisten. Für mich ist eine der schönsten Liebesgeschichte der Literatur.

 (Empfehlung von Ulla Buse)